Erläuterung des Miuiatures iu dem
Evrmgrliarirlm aus Kloster Echtvrnach; 10. Jahrhundert.
lZu vergleichen ^eite ^52, 1^8^ und ^82.)
Dieses Miniature stellt iu dem Gewände des zehnten Jahrhunderts das Gleichnis vom Gast-mahl dar: Evangelium Lucae: Capitel, Vers s6—2A.
Die Reihenfolge der Bilder weicht von der Entwickelung der Handlung ab, das erste Bild sollteals letztes stehen.
Der Reiche, welcher seinen Freunden ein Gastmahl geben wollte, lies; dieselben durch seinen Knechtdazu auffordern. Das zweite Bild zeigt diesen (uuutius) mit einladender Gebende vor demjenigen Freundeseines Herrn, welcher mit dem Ankauf eines Ackers sich entschuldigen lies; suuus ex voeatiH, und un-mittelbar darunter denselben Boten vor dem zweiten geladenen svooatns juz-a bovmu cirnt), der sich ent-schuldigte, weil er fünf Joch Gchsen gekauft habe, die er besehen müsse. Im unteren Bilde steht derKnecht mit der Geberde des Einladens vor dem dritten Freunde, der sich aber auch entschuldigte, weiler ein Weib genommen chxoreur äuxtz; nach mittelalterlicher Sitte sitzen Mann und Fran zusammen aufeinem Pferde.
Am linken Rande des unteren Bildes erscheint der Bote zum fünften Male, um nun auf Befehlseines Herrn, die Armen, Krüppel, Lahmen und Blinden einzuladen. Dieselben sp-mperes) klettern undrutschen mit Hülfe ihrer Krücken und Bänkchen im unteren und mittleren Bilde aufwärts zur Wohnungdes Reichen, der (hier mit der Beischrift Irowo guickinus die Armen an seiner Tafel empfängt, indem ersie, mit tieferer symbolischer Bedeutung, bei der Hand „fängt". Die Formen der Gesäße, mit denendie Tafel besetzt ist, sind die des frühromanischen Styls, der im fO. Jahrhundert herrschte. Ein unfreierHausangehöriger trägt die Speisen auf.