242 Zweites Buch. VII. Das Zeitalter des Rittertums und des Miuuedieustes.
Der Hausrat der Gemächer war in älterer Zeit und bei nicht begüterten Geschlechtern sehreinfach; er bestand in Betten, Sesseln, Truhen und schweren Tischen. Prunkbetten dienten tags-über als Ruhepolster; sie waren mit Federn oder auch mit Stroh gefüllt, mit Leintüchernüberbreitet, mit prächtigen Decken geschmückt und von einem „Betthimmel" überragt; ein Teppichlag und ein Schemel stand vor ihnen. „Den Platz der Hausfrau bezeichnete eine Kunkel, einBetschemel und ein Heiligenbild." Die Zimmerdecken waren teils in Stein gewölbt, teils wurdensie durch Balkenwerk gebildet, welches in größeren Räumen durch Säulen mit schönem Schnitz-werk gestützt wurde. Der Fußboden war meist mit Steinplatten belegt, über welche Mattengebreitet wurden. Die Wände waren mit Mörtel beworfen.
Seit dem Ende des zwölften Jahrhunderts erweiterte sich die Burganlage, und der wohl-habendere Burgherr wohnte nun meist in einem besondern Gebäude, dem „Palas". Je nach
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den Mitteln des Burgherrn und dem vorhandenen Raume war der Palas größer oder kleinerangelegt, einfach oder prächtig ausgestattet; außer einem Festsaale, mit einer Vorhalle oderLaube, enthielt er noch andere Säle, Zimmer, Kammern, Küche, fast regelmäßig auch eineKapelle, der jedoch oft die Berechtigung zur Meßfeier fehlte. Von der sorgfältigen und häufigkunstvollen Bauart des Palas zeugen noch heute die romanischen Fassaden der Bnrgpaläste zuGelnhausen, zu Goslar, auf der Wartburg und viele andere. Der Rittersaal oder die Haupt-halle des Palas wurde bei Reichen mit Marmorplatten oder mit Thvnflicsen getäfelt; letzterewaren häufig ornamentiert mit Figuren von Tieren, Pflanzen, Wappen und dergleichen, dieauch mit farbigem Kitt ausgelegt wurden. Die Beleuchtung der Säle richtete sich nach derGefahr der Beschießung; je geringer diese war, um so größer baute man die Fenster. DieNischen derselben waren bei der bedeutenden Ticke der Mauern sehr tief; man stellte Bänkehinein, die mit Kissen belegt wurden, so daß diese Räume kleine Kammern bildeten und zulauschigem Verweilen und Plaudern einluden. Größere Fenster bestanden aus mehreren, durchSäulchen getrennten Bogen nebeneinander. Der Verschluß der Fenster war sehr mangelhaft,da er nur aus Bretterläden, wohl auch aus bloßem Weidcngeflecht oder Darmhänten bestand; erstim fünfzehnten Jahrhundert wurden langsam die Glasfenster eingeführt. Nachts übernahmen