Erläuterung zu der Abbildung eines
Wandteppichs aus der Zeit um das Jahr 1400 unk Darstellungen aus desRudolf von Eins Epos „Wilhelm von Orlrns".
Dieser in, sürstl, Lobenzollernschen Museum zu Sigmaringen bemaln.° Wandteppich ist e.nes der schönsten und ältesten
Beispiele eine- wichtigen Ausstattung-stuckes vornehmer wohn,nun,° in Deutschland während des 14, und 15. Jahrhunderts, Er
ist au- wolle gewirkt und S',- Meter lang, «» Zentimeter breit, 5» den mederland.schen Prou.nzen, namentl.ch m Flandern,
wurden solche Teppiche vorzugsweise hergestellt und von dort verbreitet. Auch das ü^g.nal un,°r°r Ab ckdung w.rd als flau r.sche
Arbeit anzusehen sein. Dieselbe ist nicht nur an sich bezeichnend flir d.e hohe der Knnstferttgke.t, welche damals Au-fuhrung
. ^ . ... . rualeicli durch die Darstellung verichiedenartigsier niederdeutscher Trachten des
solcher Prachtstücke der Webekunst erreicht war; sie ist zuglera? ^ ^ ^
14. stabrbunderts und von Augen an- den, -eben dieser Lpoche. w.e auch durch d,e gllustrat.on e.nes Epos. das „, den Aresten
des höfischen Lebens damaliger Zeit sehr belieb, war, kulturell ^ ^
Rudolf von Eins dichtete schon in. Jahre ,22° und starb „ach 77° 7 ^7'^ ^""nib I d
Lr nannte sich nach der Burg kohencnls am Rhein ,n vorn erg , aus we cher >° a c, en ran Ichris en es -I e ungen ,e es
^ ^ und ^osapbat", die Erzählung „Der gute Gerbard", eme Darstellung des
auf uns gekommen sind. Die Legende von „Sariaam unv ^ ^ / v „ v , , , v
- . . ,, ^ a.Aleranders des Großen" Thaten, iow,e eine „weltchronik" sind von ihm. Letztere
„Trofanljcsien Krieges" und eine Geschichte von " - ,, ^
ist eine bis zum Tode ^alon.os gesübr.e Bearbeitung des Alten Testaments, aus welcher allem d,° weltl.chen Stände wahrend des,4. und so, gabrbunderts ibre Kenntnis des Alten Testaments schöpften; sie war Kaiser Aonrad IV, gewidmet. Da- EposWilhelm von Vrlens" ist Rudolfs schwächste- Werk, eine Nachdichtung in etwa mono Versen eines Ursprünglich -.„französische»Stoffes, Wilhelm von Brlens (wrleans) zieht aus „ach «"«>-»,» und entfübrt von dort des Königs Reiher Tochter, Der her-
gang ist im Teppich dargestellt wie folgt: . _ , . ^ ^ ^
I Gruppe- wilheln: und Amelie, die Tochter des Kon.gs von England, beim Schach,p,el. Das durch die Darstellung^-schlungene Spruchband besagt, Dp . ist . Wilhelms . Nebe - ->"kE - v°n . . N°ne„ . mneligin . die . l-m° . sin . herz . rwng .
s^oden Amelie vor den, . dnd . drinck.it, . wi, . tch . hie .
berswer . (verschwören) Uwrr (--Ut'r) . gänzlich unbekleidet, in, Bette und wird von An.elies Eltern in Begleitung
Z. wilheln, liegt liebeskrank, nach Sine oe» o> u ^
des Arztes besucht. , ,,,m ja,,, ihn,, Kai . ich . don . de . dode (Tode)
4. Amelie besucht den kranken Wilhelm uno ,ag> , e s
(stehe) lieh . her . °n . mich -' 7° ' '/.'fimelie, welche zu ihn, spricht: brloub
s. Der genesen- wilheln, verablch,edet sich von
dtußt . sälru (sollst du) . rptter . werden,
erlösen . dich
wil . ich . dir . gebe . in . mgme
6. Wilhelm nimmt Abschied von
den Lltern Amelies.
Das Spruchband besagt: ich . bin . genese . und M (gesund) . worden .
. fraude (Freude) . geschieden . ich . hecte .
dich
salcu
Das
srr.
7, wilheln, reitet mit seinen. Knappen hinweg,
mich . wil. ich . ncmen . rgccers . orven- anredet- vns Aal
s, wilheln. komm. zum herzog7/7^ /.reisen der Abbildung,)
lange . gern . gesehen, l , mjMelm zun, Ritter, indem er spricht, rsttcerschafc . wirk . dir . hie . gegebe . der .
9, Der herzog von Brabant schlag, will,ein, zu,,
swern sscbwören) rruwe (treu) . bnd . s^de zu . e .
. Mern ^auoren- . rrmv f ^ ^^le Danien als Zuichauermnen.
Lurnier nnt Kolben un - ' erhält nun durch einen mit denr langen Botenstabe ausgerüsteten Knappen
U. Wilhelm ist als Sieger gekrönt worden nn /
einen Brief von Amelie. . ->lmelie wird von ihrem Vater mit dem König von Spanien verlobt.
,2. wieder am Hofe des engl-fcheu K.mg - - . ^ ^ ^ junglw . der . da . i§t . von . stunglichir
Spruchband besagt, »echter . du . b,st ^ Wilhelm; vor ihr der wortende Bote,
>Z, Dies berichtend schreibt - me ,c , „„d hebt »un Amelie, die ibn im Garten erwartet hat, über die Mauer des-
14, 2lus diesen Brief ist Wilhelm herbe,g----t t
selbe» zu sich auss Pfeld, uui sie zu °"7/,avvn°ten geleitet, aus der Flucht; er spricht, geluckie . tiure . ich . bor . allen . dingen .1L, wilheln, mit Amelie, von Gewappneten g
möcht . vns . llf . dirre . farr . wol . Och»6 ^ üppigsten Reichtum: Schnabelschuhe, Schellengürtel, gezaddelte Kleider :c. in denDie Trachten der Durste ungen l ^ einem roten Gewand, mit weiten gezaddelten Ärmeln und als Königstochter mitbunteste» Farben, Amelie erjchemt I- e gleichen Änneln, rot und weiß geteilte enganschließende Hosen (mi-porti) und
einer Krone, wilheln, trägt e.t, grünes w»mb ^ ^ R-znher, ist mit einen.
... Der Serzog ^ochfrit von Brabant, an dessen
weitfaltigen ^ --
nachdem er zun, Ritter geschlagen ist, den ritterlichen Gürtel (oinxnlum militare),mit biernielin gefütterten, roten Mantel bekleidet und trägt eine Krone,kose wilheln, zun, Ritter geschlagen wurde, hat ein Barett mit roten Federn und -inen roten Mantel, dessen gezaddelter linker
Ar,„es grün ist, Amelies Mutter, die Königin Beatrise, erscheint am Bette des kranken Wilhelm, in einen, blauen, mit Hermelingefütterten Mantel, Der Arzt, n,lt der Flasche in der Hand, hat einen braunroten Mantel und das gewöhnliche Doktorbarett.König Avenis von Sxnnie», der Verlobte Ameliens, trägt ei» blaues Wams, Schellengürtel und Krone, Der Knappe pittixas hatbei der Turnierszene rote Gugel als (zurückgeschlagene) Kopfbedeckung, blauen Rock, weiße Beinbekleidung und braune Überzieh-stiesel, und weiterhin bei Amelie Rock und Strümpfe dunkelbraun, Gugel und Beinkleider hellbraun; in der Hand trägt er einenAeisesxieß, Aus den, Boden, worauf sich die Personen bewegen, sprießen mancherlei Blumen, Der Hintergrund ist mit einen,
durch Laubwerk verzierten Teppich abgeschlossen. (Nach Lehner.)