Band 
Erster Band.
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Erläuterung z» der Tafel

Krvnungs - Ornat drr drutschrn Kaiser.

2—1,3. Kleinodien des ehemaligen heiligen römischen Reiches deutscher Nation.

Bis Anfang dieses Jahrhunderts in der Spitalkirche zu Nürnberg, seht in der kaiserl. Schatzkammer zu Wien. aufbewahrt.

2. Kaiserkrone — Gold, mit Perlen und Edelsteinen in Filigranfassung und Email geziert. Der Kronreif,achtseitig, entstammt dem 9.—10. Jahrhundert, der Bügel ist eine Zuthat des zwölften Jahrhunderts.

3. Der Reichsapfel — Gold, die oberen, die Kugel umgebenden Spangen mit Edelsteinen besetzt. DasKreuz auf der Vorder« und Rückseite mit feinstem Filigran bedeckt, darin Edelsteine und perlen. DeutscheArbeit des zwölften Jahrhunderts.

-1. Scepter, Silber, vergoldet. Deutsche Arbeit der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts.

5. Scepter, ursprünglich ein Weihwedel, Holz mit Silber beschlagen. Dreizehntes Jahrhundert. (Dieses Scepterwurde bei den Krönungen nicht gebraucht.)

beiderseits mit je sieben getriebenen Goldblechen mit Darstellungen von Königen bedeckt. Dreizehntes Jahr-hundert. (Das Schwert wurde, wie auch die Richtung der Mrnamente auf der Scheide erklärt, dein zu krönendenKaiser als „sixnum potentiae er maiestatis" ^Zeichen der Macht und Majestät) vorangetragen.)

7. Das kaiserliche Zeremonienschwert. Griff, parierstange und die Scheide mit emaillierten Goldblechenbelegt; für Kaiser Heinrich VI. (1190 —1197) in Palermo gefertigt; der Knauf eine Zuthat des vierzehntenJahrhunderts.

8. Der Krönungsmantel, halbkreisförmig, wird durch einen stilisierten Baum in zwei Hälften geteilt, Injedem dieser Felder (in der Form eines Viertelkreises) ist ein Löwe dargestellt, welcher ein Kamel würgt: eineDarstellung, welche in Großartigkeit der Auffassung und meisterhafter Stilisierung unerreicht ist. Der Mantelwurde laut der am unteren Rande als Borte eingestickten arabischen Inschrift in der berühmten königlichenSeidenmanufaktur zu Palermo 1133 n. Ehr. gefertigt.

9. Die Alba aus Seidentaffet (später erneuert) mit perlen« und goldgestickten Besätzen aus Purpurfeide. Amunteren Rande gestickte Bordüren; darin arabische und lateinische Inschriften, welche als Ort der EntstehungPalermo und als Jahr der Anfertigung 1181 n. Ehr. angeben.

10. Die Dalmatica besteht aus angemustertem, dunkelblauen Pnrpurstoff mit gestickter, perlenbesetzter Bordüre;der Armelbesatz mit Gold« und Perlenstickerei, sowie aufgehefteten kleinen Goldblättchen mit Zellenschmelz.

zuweisen, daß diese schon 1350 urkundlich nachweisbare Dalmatica als Krönungsgewand benutzt wurde.)

Die Stola (auf unserer Tafel nicht einzeln abgebildet; auf Figur 1 trägt sie der Kaiser gekreuzt über derBrust und mit langen herabhängenden Enden). Seidenstoff nnt gleicher Stickerei wie Nr. 11 und aufgenähtenkleinen emaillierten Goldplättchen. Deutsche Arbeit des vierzehnten Jahrhunderts.

Zwei Gürtel (gleichfalls auf Figur 1 sichtbar, zum Zusammenhalten der Stola).

13. Schuhe aus roter Seide mit Rankenwerk aus aufgenähten perlen und in Gold gewebten Borten (mitphantastischen Tierdarstellungen in Medaillons) geziert. Deutsche Arbeit des dreizebnten Jahrhunderts.

14—15 im Münster zu Aachen aufbewahrt.

In der Sakristei von St. Peter zu Rom aufbewahrt:

1b. Kaiscrdalmatica (sogenannte Dalmatica Leo III ), blaue Seide, mit Seide und Gold gestickt. Die Dar-stellungen derselben beziehen sich alle auf die Verherrlichung Jesu Lhristi. Auf dem Rücken: die Verklärung;auf der rechten Schulter: Jesus reicht sechs Aposteln das Abendmahl in der Gestalt des Brodes; auf der linkenSchulter die Darreichung des Weins. In der Mitte der abgebildeten Vorderseite der Dalmatica thront Jesus;sitzend auf dem Regenbogen als Mittelpunkt eines großen Heiligenscheins, welchen die Symbole der vierEvangelisten, die Lhöre der Engel und die Heiligen umkreisen. Rechts von Lhristus steht die Jungfrau Mariain silbernem Mantel und Schleier, links von ihm St. Johannes der Täufer. Den unteren Halbkreis füllendie Heilige,» aller Orden, Sande und Augen zu ihrem Heilande erhoben. In zwei Zügen scheinen sie einanderentgegenzuschreiten und sich zu den Füßen Ehriiii zu vereinigen. Jede der beiden Prozessionen teilt sich in vierGruppen. Unter diesem Kreise deuten pflanzen und Blumen das Paradies an. In ihn, (links) der guteSchacher mit dem Kreuz, an das er geschlagen war; ibm gegenüber auf einem Thron Abraham, der in seinemSchoße die Seele eines Gerechten hält; andere umgeben ihn und einer derselben legt er seine linke Hand auf.Byzantinische Arbeit des zwölften Jahrhunderts.