Plastik und Malerei des gotischen Stils.
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Die Entwickelung der Städte zu hoher Blüte war die Vorbedingung zur Ausbildungder Malerei als eigentlicher Kunst. Denn sie bedurfte einer technischen Schulung, unddiese war nur auf dem Boden des Handwerks möglich. Die Buchmalerei der Klöster wardahin geschwunden; die Stadtbürger mußten auf dem Boden, den die Mönche verlassen,fortdauern Noch in der ersten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts wirkte die Buchmalereifort; in der zweiten aber überwog die höhere und freiere Tafelmalerei. Auf dem Gebieteder ersteren trat nach französischen Vorbildern aus der Zeit Ludwigs des Heiligen an dieStelle der gemalten Ornamente die bildliche Darstellung von Vorgängen. Dieselben warenhäufig in die Anfangsbuchstaben hineinkomponiert und mit ihnen verwoben; in besondersreich ausgeschmückten Handschriften wurde oft die ganze Seite durch ein mit Tierbildernbelebtes Rankenwerk umfaßt. Endlich wurde die Illustration vom Initial ganz unabhängig.Hervorragende deutsche Werke dieser Art sind die Bilderchronik der Romfahrt Kaiser Hein-richs VII. (S. 295 ff.), die bildlichen Darstellungen zum Sachsen- und Schwabenspiegcl(S. 213 u. 370 ff.), das Passionale der Prinzeß-Äbtissin Knuigunde von Böhmen u. a.„Die beliebtesten Leistungen religiöser Illustration waren jedoch die sogenannten Armen-bibeln und die damit verwandten Erbauungsschriften." Mit ihnen wetteifern glücklich diebilderreichen Liederhandschriften, von denen die Weingartner und die Manessische (jetzt inHeidelberg, S. 267 u. Abb. S. 233 ff.) die bedeutendsten sind. — Der Wandmalereiwar die gotische Baukunst nicht günstig; sie ließ ihr in den Kirchen keinen Raum, außer anbeschränkten Einzelteilen der Bauwerke, und an den Gewölbejochen. Dafür wurde sie inden Burgen entschädigt, deren Wände, wie später auch die der städtischen Patrizierhäuser,mit Darstellungen aus den höfischen Heldengedichten bedeckt wurden: schlanker Körper, langerHals, ovales Gesicht, gebogene Nase sind charakteristische Kennzeichen der Figuren vonWandgemälden dieser Epoche. — Wichtiger aber wurde die Tafelmalerei, welche ihrerstes Feld in den Altären der Kirchen und Kapellen fand. Ihre rühm- und einfluß-reichste Schule war die von Köln, welche zu Ende des vierzehnten Jahrhunderts, in derZeit der wilden Parteikämpfe (S. 322) und zugleich der Blüte des Mysticismus (S. 412)wirkte, und deren erster Meister Wilhelm von Herle war. Die großen Mystiker AlbertusMagnus (S. 271), Eckhart, Tauler, Suso lehrten dort und empfahlen die meist mit glänzen-dem Goldhintergrund ausgestatteten Bilder für die Erbauung, wie hinwieder ihre Lehren durchdiese Gemälde verherrlicht wurden, in deren Gestalten taut die Herabsetzung des Körperlichenzu grinsten der Seele spricht.
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Lpielmann.
Gruppen aus dem Baseler Totentanz von 144».
Bettler.