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Erster Band.
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Kaiser Maximilian 7. Reichssteuer. Landfriede. Reichsknmmergericht. 465

die partikularistischen BestrebungenBaierns und Würtembergs durch den„schwäbischen Bund", in welchem sichRitter und Städte zur Behauptungihrer Unabhängigkeit von den Fürsten,sowie zur Aufrechthaltung des Land-friedens verbanden. Nachdem er imJahre 1493 Alleinherrscher geworden,bewirkte er zwei Jahre später aufseinem ersten Reichstage in Wormsdie für jene Zeit und für des ReichesZustand erstaunlichsten Beschlüsse: Er-hebung einer allgemeinen Reichssteucr,die eins vom tausend des Vermögensbetrug und der „gemeine Pfennig"genannt wurde, die Errichtung einesewigen, leider aber nicht langedauernden Landfriedens und die Ein-führung des an einem bestimmten Orte,zuerst in Frankfurt a. M., sitzendenReichskammergerichts an Stelledes bisherigen mit dem Kaiser wan-dernden Kammergerichts.

Aber zwei schlimme Umstündewaren den hochfliegenden Plänen Maxi-milians hinderlich und vereitelten sieschließlich, womit auch jede Hoffnungauf Befestigung des Reiches sank: seinVerharren in der italienischenPolitik seiner Vorgänger und dieTrennung der Schweiz vom Reiche.Alle Deutschen waren damals rom-mnde, nur der Kaiser nicht. DieFlügel seiner Phantasie trugen ihnsogar nach dem Osten und spiegeltenihm nach Niederwerfung der Türkendie Krone von Byzanz vor. DieseHaltung war es vor allem, welche dieFürsten unwillig und den angebahntenReformen abgeneigt machte. Mit derLostrennn»g der Schweiz vom deut-schen Reiche aber begann dessen Ab-bröckelung und Zerfall.

Den Schweizern war durch glor-reiche Waffenthaten und durch ihreEroberung romanischer Gegenden dies-seit wie jenseit der Alpen eine hoheMeinung von ihrer Kraft und Machtgegenüber der Schwäche des Reicheserwachsen; auch hatten sie den deutsch-nationalen Charakter verloren, ehenoch überhaupt ein solcher völlig aus-

Deutsche Kulturgeschichte.

Rüstung Maximilians I. Wien, k. k. Art.-Ars.-Museum.

Typus der ersten vollständigen Plattenharnische, vor 1483 gesertigt, NürnbergerArbeit. Hals und Kinn sind durch einen „Bait" geschützt; darüber greift derHelm „Schaltern" mit aufzuschlagendem, in der Abbildung geschlossenen Visier.Das Ober- und Unterarmzeug (in den Armbeugen offen) wird durch die spitzen„Ellenbogenkacheln" verbunden, welche an der inneren Seite angeschnallt sind,an der äußeren durch Schnüren g> halte» werden. Die Achselhöhlen sind durchhängende Scheiben und Panzerwer! (Mußeisen) geschützt. Die eisernen Handschuhehaben Knöchel und Fingernagel von Messing. Der Schenkelschutz („Diechlinge")bedeckt nur die Vorderscher kel; die Kniebuckeln habe» Muscheln zum Schutze deroffenen Kniekehlen. Der Schluß der Beinröhre» geschieht turch Federzapsen.Die eisernen Schnabelschuhe find neunmal geschoben; die Schnäbel derselbenfind 21 Cent. lang. Die t6 Cent langen Spore» sind über die Schuhe geschnallt.Gewicht der ganzen Rüstung ra. 39 Psd. — Die Klinge des Reiterschwertes istlos Cent. laug, au der Angel 4 Cent. breit; der Griff 23^4 Cent. lang.

Mach Q. Lettner.)

so