Band 
Erster Band.
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Erläuterung

Darstellung der Bodensre - Landschaften zur Zeit des Schwabrnkriegrs.

verkleinertes Faksiniile des Kupferstiches vonl Meister k. k. VV.

Der große aus sechs Blättern zusammengesetzte Kupferstich trägt einen doppelten Titel in lateinischerund deutscher Sprache. Der letztere lautet in unser heutiges Deutsch übertragen: „Das ist der Kriegzwischen dem Römischen König und den Schweizern und die ganze Landschaft: Städte, Schlösser und Dörferim Schweizerland und ein Teil von Schwabenland . . . Es ist also der Schauplatz des Krieges zurDarstellung gelangt, den Kaiser Maximilian I. im Jahre gegen die Eidgenossen führte. In dem wegengeringfügiger Ursache angezetteltem Krieg kam es nicht zu einer größeren Schlacht. Den Eidgenossengelang es in zahlreichen kleineren Gefechten die Bundesgenossen, die den Krieg nur lässig führten, zubesiegen. Ihre ruhmreichste That war der Überfall eines Lagers der Kaiserlichen in Dornach an derBirs. Maximilian mußte den schon entworfenen Plan, die Eidgenossen von drei Seiten zu bedrängen,wegen gleichzeitiger italienischer Händel, die hier die Anwesenheit des Kaisers erforderten, aufgeben. Sokam durch die Vermittelung mailändischcr Gesandter der Frieden von Basel im September x-G9 Zu stände,in dem die thatsächliche Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft vom Reich ausgesprochen wurde. Der west-fälische Frieden hat diesen Zustand dann offiziell anerkannt. Der völlig rühmlose Verlauf des Kriegesist allein der Unentschlossenheit und Uneinigkeit der kaiserlichen Bundesgenossen zuzuschreiben. Es verdientnoch Erwähnung, daß die kleine Nürnbergische Schar, die an diesem Kriege teilnahm, unter dem BefehlWilibald Pirkheimers, des Humanisten und Freundes Albrecht Dürers, stand, der dann auch später dieGeschichte dieses Krieges geschrieben hat.

Unser Künstler hat den Kriegsschauplatz, die Ufer des Bodensees, zwar in zusammengedrängter Gestaltaber doch anschaulich und, unter Berücksichtigung der damaligen geringen Erfahrung in topographischenAusnahmen, auch leidlich richtig zur Darstellung gebracht. Entgegengesetzt unserem heutigen Gebrauch istder untere Rand Norden, der obere Süden- Die Maße der Figuren rc. verkleinern sich nach oben zu.Die linke Seite des Kriegsplanes nimmt der Bodensee ein mit Konstanz am oberen und Lindau amunteren Ufer. Der Laus des Rheins durch den See ist in naiver Weise gezeigt. Die in der oberen linkenEcke noch sichtbare brennende Stadt Fudutz (Vaduz) und Solothurn aus der rechten Seite geben dieungefähren Grenzen der aufgenommenen Landschaft an. Auf der rechten Seite hat auch der Laus derDonau noch Platz gefunden. Zahlreiche kleine Gefechte, heranziehende Kriegsscharen sind allenthalbenangebracht; der oben erwähnte Überfall bei Darnach ist an der oberen rechten Ecke zu sehen. Ein langerZug Fnßknechte und Berittene zieht im Vordergrund entlang und verschwindet hinter einem Höhenzug.Künstlerisch wertvoll sind besonders die kleinen Genreszenen und Staffagefiguren des Vordergrundes, sodie drei Landsknechte und das hochgeschürzte Mädchen daneben in der Mitte, der einzelne Landsknecht inkecker Haltung rechts davon, darüber die reitende Dame mit dem Hund, weiter nach rechts am User derDonau die Hirsche und das Gefecht der Landsknechte.

Die Heimat des Künstlers, der nur nach dem in der Mitte des unteren Randes angebrachtenMonogramme k D t/V bekannt ist, sucht man neuerdings irr Köln. Doch hat die ältere Ansicht, die ihnfür einen Schweizer hält, immer noch mehr Wahrscheinlichkeit. Der Stich dürfte bald nach dem Kriegalso um xsoo, entstanden sein. Von den sechs Stichen ist nur ein einziges vollständiges Exemplar ausuns gekommen, das sich i„r Besitz des Germanischen Museums zu Nürnberg befindet. Nach diesem istauch die vorliegende etwa aus die Hälfte verkleinerte Nachbildung ausgeführt.