Die Alchemie. Rosenkreuzer.
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drachenartiges Teufelswesen geboren haben, das ihr Mann umgebracht haben sollte. Bereitsim Jahre 1592 ging der Glaube um, der Antichrist sei soeben in Babylonien geboren undthue als Kind schon Wunder. Es verbreiteten sich Geschichten von Brunnen, aus denen Blutfließe, von Blutregen, sprechenden Steinen, Wunderzeichen am Himmel, von greulichen Miß-geburten und vom Herannahen gespenstiger Heere. Romane über den Teufel entstanden, undsogar ein Professor und Doktor der Medizin, Peter Lotichius in Rinteln, behauptete ineiner „gelehrten" Abhandlung, der Teufel sei im Jahre 1626 zu Mailand eingezogen undhabe dort als „Fürst von Mammon" regiert. Aber auch von Engelserscheinungen wurde be-richtet. Und so sprach noch in manchen Zeichen der Zeit überspannter Wahn vom Kathederund von der Kanzel herab.
Religiöser Fanatismus und Aberglaube im Bunde mußten notwendig die Herzen derMenschen verhärten. Gab es gegen Andersgläubige keine Nachsicht, wie sollte solche gegenirrende, gefallene Leute denkbar sein? Lehrte der Aberglaube lediglich nach Schätzen gieren,
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Alchemistisches Laboratorium.
Faksimile des Holzschnittes von Hans Burgkmair in den „Bildern zu Schimpf und Ernst".
warum sollten sich da die Richter und ihre Gehilfen scheuen, aus ihrem Amte soviel Vorteilals möglich herauszupressen? Und darauf kam es denn hauptsächlich an. Nicht die „Carolina",die Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V., zu welcher der Reichstag in Regensburg 1532die von dem Freiherrn Schwarzenberg verfaßte, 1507 in Bamberg und 1516 in Branden-burg angenommene „Halsgerichtsordnung" erhob, hat die Grausamkeit der Gerichtssäle, Folter-kammern und Richtplätze des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts unmittelbar verschuldet,sondern die nackte, durch Fanatismus und Wahnglauben gestählte Habsucht der damaligenStreber auf juristischem Gebiete. Die Carolina war vielmehr ein Versuch, die im Straf-rechte schon über ein Jahrhundert lang herrschende Willkür und Grausamkeit zu zügeln,durch Gerechtigkeit das unvermeidliche Einschreiten gegen das Wüten wilder rechtloser Triebe zuregeln. Johann von Schwarzenberg war ein hochgebildeter Jurist, ein humanistischer Ritter vondem Schlage eines Sickingen und Hütten, aber weit geregelter in seinem Leben und Wirken;er übersetzte Cicero, eiferte gegen die Trunksucht seiner Zeit, war ein Anhänger der Reformation,ohne im Glauben unduldsam und einseitig zu sein, und empfahl Milde gegen die unterliegendenBauern. Allerdings hat die Carolina die unmenschlichen Strafen ihrer Zeit nicht gemildert,