82
Viertes Buch VI. Sitten, Tracht und Kunstgewerbe.
kurzen Mantel mit steifem oder über-fallendem Kragen (Fig. 7, 8, 9, 13),oder mit steifer Kapuze (Fig. 12).Das Barett wird zur Dogus (Fig. 7)und zum Hut (Fig. 8), oder schrumpftzusammen (Fig. 9, 12), immer ge-schmückt durch eine oft von kostbarerGoldschmiedearbeit gebildete Hut-schnur. Das Beinkleid wird durch ge-kreuzte Kniebänder geschmückt (Fig. 7,10), der Schuh wird wieder spitz undmit Puffen und Schlitzen versehen.Aber auch kurze Stiefel von feinemLeder oder Tuch werden getragen undüber und über mit Schlitzen ausge-stattet. In den letzten Jahren desJahrhunderts hat die Schenkelhose,selbst die Pumphose, wieder das Knieerreicht und man liebt nach franzö-sischer Sitte an den Kleidern Gold-und Silberborden, Gallons, anzu-bringen, die namentlich schön in Italien
Hochzeitstänzer.
Aus der Kupferstichserle von Heinrich Aldegrever(etwa 1502 bis nm 1555). Originalgröße Faksimiles.
verfertigt wurden (Fig. 9). DasSchwert, das anfangs senkrecht ander linken Seite hängt, wird in ein-facher Degentasche (Fig. 11) in mehrschräge Lage gebracht. Der Degenselbst erhält durch Faustbügel und eineKombination von Parierstangen, so-wie durch Hinzutreten des Esels-hufes ziemlich reiche Ausbildung desGriffes.
Das Kostüm der Frauen folgtähnlichen Grundsätzen wie das derMänner. Zu Anfang ist . das Kleidlang schleppend und am Halse umso weiter ausgeschnitten. Man liebtzwei Kleider zu tragen (Fig. 14), odermindestens das Unterkleid an denÄrmeln zu zeigen, während das Über-kleid lange, mit Pelz gefütterteSchmuckärmel zeigt. Überhaupt Pflegt