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Zweiter Band.
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Fünftes Buch. VI. Der Soldatenkönig und seine Zeit.

(Fig. 1 der Tafel „die Tracht des achtzehnten Jahrhunderts") läßt die Weste sehen.Das Halstuch mit Spitzenbesatz bildet eine Schleife, deren Enden auf die Brust herabfallen.Der Hut sitzt als Dreispitz auf der seit 1720 allgemein gepuderten Perücke, welche in ungleich

langen Flügeln weit auf dieBrust herabhängt (Fig. 3).Im Winter trug der Herrden Muff, welcher gegenEnde des Jahrhunderts ge-waltigen Umfang annahm.Damit der Rock mehrWeite erhalte,wurden dannKeile an der Seite einge-setzt, die man in Faltenlegte (Fig. 2). Um dasJahr 1740 wurde Fisch-bein in die Schöße derWeste und des Rockes ein-geschoben (Fig. 4), um sieabstehend zu machen, dochhielt sich diese Mode nurkurze Zeit; aber die Auf-schläge des Rockes wurdenkleiner, und die Weste ver-lor die Ärmel, welche siebisher noch gehabt hatte;sie öffnete sich oben undzeigte nun statt des Spitzen-tuches das Jabot (Fig. 4).In der Mitte des Jahr-hunderts war der Rockenger geworden (Fig. 6),und die Weste kurz mitkurzem Schoße; aber beideKleidungsstücke waren vonfeinem Tuche oder Seidegefertigt und mit Plattstichköstlich gestickt; auch dieKnöpfe, wenn sie nicht vonzierlicher Metallarbeit her-gestellt waren, wurden mitTuch oder Seide überzogenund mit Stickerei verziert.Die enge Hose deckte denStrumpf bis über dasKnie. Der Schuh warniedrig geworden und seitAnfang des Jahrhundertshatte man den hohenfarbigen Absatz aufgegeben. Die Perücke hatte an Haarfülle verloren, war klein geworden undumrahmte nun in kunstvollem Schwünge einer einzigen Lockenrolle, der Vergette, die Stirn;hinten wurden die Haare entweder nur durch ein Band gehalten (Fig. 5b), oder sie saßen imHaarbeutel (Fig. 5o), oder sie wurden zu dem militärischen Zopf geflochten (Fig. 5, 5 a). Der

Toilette-Zimmer einer Dame im Anfange des 18. Jahrhunderts.Verkleinertes Faksimile des Titelbildes in „Nutzbares/galantes und curiöses Frauenzimmer-Lexicon . . . Dem weiblichen Geschlechte insgesammt zu sonderbaren Nutzen, Nachricht undErgötzlichkcit aufs Begehren ausgestellet von Amaranthcs (Advokat Gottlieb WilhelmCorvinus). Leipzig 1715."