Malerei. Radierung. Die Tonkunst am Ende des 18. Jahrhunderts. 361
Unter den deutschen Kupferstechern und Radierern des achtzehnten Jahrhunderts ragtGeorg Friedrich Schmidt (1712—1775) hervor. Nachdem er sechs Jahr Soldat gewesen,ging er im Alter von fünfundzwanzig Jahren nach Paris, um seine Ausbildung zu voll-enden. Er richtete sich dort bald selbst ein Atelier ein und führte Porträtstiche aus, welchedie volle Anerkennung der französischen Kunstwelt fanden. Nach sieben Jahren verließ erParis und kehrte nach Berlin zurück, wo er nun der bevorzugte Porträtstecher der ZeitFriedrichs II. wurde, aber auch die Gemälde des großen Niederländers Rembrandt in Radie-rungen kopierte. Obwohl in Paris gebildet, blieb dieser Künstler doch stets eine echt deutscheNatur. Anders sein Kunstgenosse Johann Georg Wille (1715—1808), der mit jenem zu-sammen nach Paris ging, aber nur für ein Jahr ins Vaterland zurückkehrte und sich sodannwieder nach Frankreichs Hauptstadt wandte. Dort aber nahm er, ein Deutscher, eine höchstangesehene künstlerische Stellung ein; er wurde Mitglied der Akademie von Paris und Kupfer-stecher des Königs von Frankreich. Wille beherrschte die Technik seiner Kunst in unübertreff-licher Weise, wogegen der geistige Inhalt seiner Stiche von geringerem Werte ist. Aus seinerSchule ist der Schweizer Adrian Zingg zu nennen. Die landschaftliche Radierung brachteFerdinand Kobell in München (1740—1799) zur vollendeten Durchbildung.
Die Tonkunst lebte am Ende des achtzehnten Jahrhunderts eigentlich nur noch durchund für das Theater. Das Singspiel beherrschte die Bühne, erhielt indes seit 1752 durchden gesunden Humor Johann Adam Hillers deutschen Charakter an Stelle bisheriger Nach-ahmung fremden Geschmackes. Aber auch die große Oper wurde für den deutschen Geisterobert durch Christoph Wilibald Gluck (1714—1787), einen Försterssohn aus der Oberpfalz.Er empfing seine erste musikalische Bildung in Böhmen und weiterhin in Wien und Mailand,während er seine künstlerische Vollendung in London erwarb, zu der Zeit als Händels Oratoriendort aufgeführt wurden. Gluck wirkte dann in Italien und Frankreich, erntete später jedochseinen höchsten Ruhm als Hofkapellmeister Maria Theresias. In Wien entstanden die Opern„Orpheus und Eurydice" (1762), „Alceste", „Paris und Helena" (1772); in Paris, wo derdeutsche Meister die musikalische Welt in Anhänger und Gegner teilte, „Jphigenie in Aulis"(1774), „Armida" (1777) und „Jphigenie aus Tauris" (1779). Gluck führte den Chor indie Oper ein, welche bisher nur Schaustellung, durch ihn zum Kunstwerk erhoben wurde.
Musizierende Gesellschaft.
Faksimile einer Radierung von Daniel Chodowiecki in Basedows Elementarwcrk.
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