Inneneinrichtung. Handwerk. Industrie.
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nicht das Ausland sie geliefert hatte, von der größten Einfachheit, ja Dürftigkeit. Die Knnststieg nicht zu den Bedürfnissen des gewöhnlichen Lebens herab; das Handwerk erhob sich nichtzu künstlerischer Auffassung. Ausnahmen bildeten noch die Gold- und Silberschmiede vonAugsburg und Nürnberg, die jedoch wertvollere Werke meist nur für die Höfe und Kirchenzu liefern hatten, die Bcrnstcinarbeiter in Preußen, Holzschnitzer au verschiedenen Orten, Ver-fertiger von Ledertapeteu in jenen beiden Städten und von Papicrtapeten in Leipzig, die Uhren-macher des Schwarzwaldes, sowie die Weber und Sticker von St. Gallen und Umgegend.
Im ganzen verfiel das Handwerk mehr und mehr. Die schon erwähnte, im Jahre 1731durch den Reichstag vollendete Aufhebung der unehrlichen Stände mit Ausnahme desjenigender Scharfrichter (I. S. 405), womit die Zulassung der in früheren Zeiten unehrlichen Leutezu den Zünften ausgesprochen war, verbunden mit der Vielregiererei des aufgeklärtenDespotismus, welcher den Zünften ihre alten Vorrechte nahm und sie einer staatlichen Aufsichtunterwarf, untergrub das Zunftwesen; es hatte nicht mehr die Kraft, sich zu neuen Gedankenund Einrichtungen zu erheben. Die Wirkungen, welche die französische Revolution in Deutsch-land hervorrief, gaben ihm vollends den Todesstoß; die Gewerbefreiheit trat an die Stelledes Zunftzwanges. Schon vorher aber hatten die Maschinen ihren Einzug in Deutschlandgehalten, doch ohne hier nur entfernt den Leistungen derselben in England und Frankreichnahe kommen zu können. Am Ende des achtzehnten Jahrhunderts indessen mehrten sich dieFabriken; ein Fortschreiten in technischer Beziehung begann, welches später einen immer mehrbeschleunigten Gang annahm.
Moden von 1780—1790.
Faksimiles der Kupferstiche von Ricpenhansen. Originalgröße.