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Zweiter Band.
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466 Sechstes Buch. VII. Die idealen Gebiete des Wissens in der neuesten Zeit.

Deutschland besaß im Jahre 1880 zwanzig Universitäten mit zwanzigtausend Studierenden,neun Polytechniken, neun Kunstschulen, dreizehn Militärlehranstalten, einundzwanzig Schiffahrts-,zwei Berg- und elf landwirtschaftliche Schulen; 524 Gymnasien, 426 höhere Bürger- undRealschulen, etwa sechzigtausend Elementarschulen sowie einundsechzig Taubstummen- und ein-unddreißig Blindenanstalten.

Mit dem Fortschreiten des Materialismus auf wissenschaftlichem Gebiete hat es indessengute Weile. Auf das Hindrängen nach technischen Berufen ist ein Rückschlag durch vermehrteZuwendung zu dem gelehrten Studium erfolgt. Auch beweist das vielfach wieder zunehmendeInteresse an religiösen Dingen, daß der Materialismus diesen wenig Abbruch thut. Schonim Jahre 1861 trat, vorbereitet durch die eifrigen, den freireligiösen Ansichten sich näherndenBestrebungen Karl Josias von Bunsens und anderer Männer, der Proteftantenverein zu-sammen, welcher den Zweck verfolgte, die Religion mit der Wissenschaft zu versöhnen und demVolke statt starrer Orthodoxie ein lebendigeres und zeitgemäßeres geistiges Brot zu bieten, alses ihm bisher geboten worden war. Im Sinne der Bestrebungen dieses Vereins gehalten,erschien das „Leben Jesu" von Schenkel und eine neue, gemäßigtere, mehr auf historischemBoden stehende Bearbeitung des gleichnamigen Werkes von Strauß. Von einem ähnlichenStreben geleitet, sonderten sich auf katholischer Seite nach dem vatikanischen Konzil von 1870die Altkatholiken von der römischen Kirche ab; zwar gelang es denselben nicht, einen derZahl nach sehr bedeutenden Umfang zu erreichen, jedoch zählen sie Namen gediegener Männer,wie Reinkens, Schulte, Hnber, Friedrich, Weber und Herzog unter den Mitgliedern ihrerGemeinden.

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Augenkranke Heilung suchend.

Nelief von R. Siemering (geb. 1835 ) für das Denkmal des Augenarztes Albrecht von Grase in Berlin.