Elf Jahre ohne Parlament.
III
rechte des englischen Königs nicht genau, indem sie eigen-mächtig Dinge verfügten, welche den Gang der innernVerwaltung des Landes durchkreuzten. Sie ertheilten ihreZustimmung, dass Knaben und Mädchen aus England nachdem Continent verschifft würden, um dort an Klöster oderJesuitencollegien vertheilt zu werden 1 ; und Coloma nahmsich heraus, englischen Kaufleuten Freipässe auszustellen,auf deren Grund ihre Schiffe unbehelligt von spanischenKreuzern die See befahren konnten. Carl I. wollte diesanfangs nicht glauben und versicherte dem französischenBotschafter, dass englische Kaufleute, wenn sie solche Pässevon dem Spanier angenommen, strenge zur Rechenschaftgezogen würden. Als nun im Laufe eines Ministerraths einPass der Art vorgewiesen wurde, verstummten die Partei-gänger Spaniens und dem Könige selbst versagte die Rede;aber den Kaufleuten, die das Instrument erwirkt hatten,liess man die Sache hingehen. Und man konnte wohl nichtanders; denn wiederholt war aus kaufmännischen Kreisendie Klage eingelaufen, dass auch in englischen Binnen-gewässern die Schiffahrt vor spanischen Kreuzern nichtf sicher sei, und diese Klage musste zu den Acten gelegtwerden, weil die englische Kriegsmarine in ihrem traurigen
i Stande mehr des Schutzes bedurfte, als dass sie einen sol-j ’
chen den Kauffahrteischiffen hätte gewähren können. Jetzt
< musste man sich gefallen lassen, dass Engländer den Ver-; treter des Königs von Spanien um einen Schutz angingen,j der bei ihrem eigenen König nicht zu finden war 2 ,i In welch hilflose Lage das in Elisabeths Zeiten see-beherrschende Albion durch die Stuarts gebracht war, istaus einem Falle ersichtlich, der uns von Giovanni Soranzoerzählt und in einem Berichte des Mayors von Dover be-
1 Calend. of St. Pap. Dornest. 1629 — 31 p. 202.
2 Dep. Giov. Soranzo: Lond. 22. Febr. 1630 (ntore ven. 1629). —Uber die Klagen engl. Handelsleute von London, Colchester, Newcastleon Tyne: His Majesty suffers the daring ennemy to domineer uponbis sliore, s: Calend. of St. Pap. Dornest. 1629—31 pp. 206, 209, 222-