Das lange Parlament bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs. 203
dings schlecht verhehlte katholische Gesinnung und derErlass von Gnadenbriefen an Katholiken zur Schuld gelegtwurde; er zog es vor, sein Heil in der Flucht zu suchenund entwich nach Frankreich. Dann gingen sie mit demSiegelbewahrer Finch ins Gericht, weil er in der Thatan Corrumpirung des Richterstandes vorspringend theil-genommen hatte; auf sein Begehr ward er vor der Barredes Hauses vernommen, wo er seine Vertheidigung äusserstgeschickt, aber vergeblich führte; die Anklage wider ihnward beschlossen, und um den Folgen derselben zu entgehen,flüchtete er nach dem Haag. »So hat dieses Haus derGemeinen, eher begünstigt als behindert vom Hause derLords, binnen weniger Wochen eine solche Umwälzungin der Regierung bewirkt, dass die zwei mächtigstenund dem Könige theuersten Minister in den Tower ge-worfen waren und auf ihr Leben processirt zu werdengefasst sein mussten; zwei andere Minister hatten sichdurch Flucht allein vor dem gleichen Schicksal gerettet:alle Diener des Königs sahen deutlich, dass ihr Herr ihnenkeinen Schutz bieten könne: eine neue Gerichtsbarkeit warinnerhalb der Nation errichtet, und vor diesem Tribunalzitterten alle die, welche zuvor im Besitze von Amt undAnsehen frohlockt hatten. Was die Macht der Gemeinennoch furchtbarer machte, war die ausserordentliche Klug-heit, mit der sie geübt wurde«.
Zunächst enthielt sich das Parlament der Angriffe aufden gesetzlichen Bestand der königlichen Prärogative; esschritt blos zur Beseitigung der ungesetzlichen Auswüchse,die sich aus der Prärogative ergeben hatten. Minister-anklagen zu erheben, war ein ganz unzweifelhaftes Rechtdes Hauses der Gemeinen — ein Recht, an dessen Geltend-machung sich einstmals Carl I. selbst, als Prinz von Wales,betheiligt hatte. Ebenso waren die weitern Schritte, zudenen das Haus sich vorerst entschloss, vom StandpunkteRechtens unanfechtbar. Die Maßregeln, welche die Kronein offenbarer Verletzung oder unauffälliger Umgehung oder