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Neuntes Capitel.
seiner Ehre naheträte: dies Versprechen ward ihm unterlautem Zuruf der Truppe gegeben. Joyce fügte ausserdemdie Worte hinzu: »Es liegt nicht in unserer Art, irgendJemand in seinem Gewissen Zwang anzuthun, viel wenigerunserm König«. Nachdem Carl selbst Newmarket als denOrt angegeben hatte, wohin er am liebsten ginge, machteman sich dahin auf den Weg. Der König war in der Gewaltder Armee; über seine Person hatte nicht mehr die pres-byterianische Parlamentsmehrheit zu verfügen, und mit ihmin Unterhandlung zu treten oder einen Frieden zu schliessen,hing fortan von der Erlaubniss des Eleeres ab.
Der Streich war ein Meisterstück. Über die Person,die ihn ausgeheckt hat, schwanken die Angaben und Mei-nungen bis auf den heutigen Tag. Dass General Fairfaxauch nicht die leiseste Ahnung von der Sache gehabt,unterliegt keinem Zweifel; ob nicht Cromwell oder seinSchwiegersohn Ireton die Urheber von Joyces kühner Thatgewesen, lässt sich aus stichhaltigen Gründen weder be-haupten noch in Abrede stellen. Von gleichzeitigen Aus-sagen fallen die des Majors Huntington und des eifrigenPresbyterianers Denzil Holles in Betracht. Der ersterenzufolge hätte Ireton, von Fairfax zur Rede gestellt, er-wiedert: »Ich habe Befehl gegeben, sich des Königs inHolmby zu versichern, aber nicht ihn von dort abzuführen«;nach Denzil Holles Bericht wollte man in London wissen, dassbei einer Zusammenkunft mehrerer Offiziere und Agitatorenim Hauptquartier des Heeres, auf Cromwells Antrag derBeschluss gefasst worden sei, den Fähnrich Joyce zu jenerUnternehmung auszusenden 1 . Die That selbst, nach ihrer
1 Was nebstdem bei Harris, Life of Cromwell über die Sacheund bei Burnet, Hist, of his Own Times, über eine infolge des Er-eignisses gehaltene, melodramatisch gefasste Rede Cromwells zu findenist, entbehrt der Glaubwürdigkeit. Burnet berichtet in dem Falle aufGrund einer Erzählung, die ihm Harbottle Grimston 30 Jahre nachdiesen Vorgängen zum besten gegeben hat. Und Grimston ist dochalles eher denn ein classischer Zeuge.