Cromwells erstes Parlament. Allianzfragen. 433
Will man aus dem hier beigebrachten und thatsächlichbelegten den Schluss ziehen, so kann er nicht anders lauten,als dass der Lord Protector ernstlich bestrebt war, Anders-gläubigen, nicht blos des protestantischen Bekenntnisses,innerhalb der Grenzen der Möglichkeit, Duldung zu ge-währen. Es ist keine Frage, dass wir heutzutage denBegriff der Toleranz insgemein höher und weiter fassen,als Cromwell ihn gefasst hat; sehr fraglich aber ist, obwir mit der praktischen Geltendmachung dieses Begriffesaller Orten und principiell um ein erkleckliches über Crom-well vorgeschritten sind — ganz davon abgesehen, dass esParteien gibt, die vom Geiste der Unduldsamkeit erfülltüber den grossen Puritaner rückwärtsschreiten möchten.
Kehren wir nach dieser Abschweifung zu Cromwellserstem Parlamente zurück. Die Rede, mit der es vomLord Protector am 12. September so unangenehm über-rascht wurde, gipfelte in dem Schlüsse, dass die Mitglieder,die weiterhin an den parlamentarischen Arbeiten theil-nehmen wollten, eine Erklärung zu unterzeichnen haben,kraft welcher sie sich verpflichteten, dem Lord Protectorund der Republik von England, Schottland und Irland dieTreue zu bewahren und keine Vorschläge zu machen oderanzunehmen, welche der Bedingung, unter der sie gewähltworden, zuwiderliefen — eine Bedingung, die da laute,dass an der Regierung, wie sie einer einzelnen Person inGemeinschaft mit dem Parlamente übertragen worden,grundsätzlich nichts geändert werde. Wer die Unterzeich-nung dieser Erklärung verweigert, dem werde der Eintrittin den Parlamentssaal weiter nicht gestattet sein. DieAnhänger der Regierungspartei, etwa 100 Mann stark,Unterzeichneten sofort, und im Laufe des Tages geselltensich ihnen 30 bis 40 schwankende Mitglieder zu; von denübrigen, die sich die Sache genauer überlegten, liefenvor Monatschluss Unterzeichnungen ein, welche die Ge-sammtzahl der auf die Erklärung! Verpflichteten bis 300erhöhten. In dieser Stärke beiläufig blieb das erste
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