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Dreizehntes Capitel.
nicht nur bezüglich ihrer Fähigkeit, sondern auch bezüglichihrer Verlässlichkeit getäuscht habe, ist doch sehr unwahr-scheinlich. Dass ferner Penn und Venables ihre Eröffnungenan Carl II. geleitet, wäre für sie zu gefährlich gewesen,als dass sie es gethan haben sollten. Aber wenn auch diebeiden nicht zwischen Cromwell und dem Stuarthofe ge-schwankt und nicht fähig oder bereit waren, bei passenderGelegenheit Verrath zu üben: so waren sie ebenso unfähig,das in ihre Hände gelegte Unternehmen zu einem glück-lichen Ausgang zu führen. Sie wirkten nicht mit rechter Ein-tracht zusammen, waren vielmehr eifersüchtig einer auf denandern; sie entbehrten auch, so scheint es wenigstens, jenesAnsehens unter der Truppe, das doppelt unerlässlich ist, wodie Bande der Disciplin durch die völlig ungewohnten klima-tischen Verhältnisse der tropischen Zone gelockert werden.
Mit der den zwei Commandanten anbefohlenen Ein-nahme der Insel S. Domingo war es nichts. Es gelangzwar, die nöthige Mannschaft auszuschiffen und gegen dieHauptstadt vorzudringen; aber der unter glühender Sonnen-hitze angetretene beschwerliche Marsch hat die Wider-standskraft der Truppe gebrochen. In einen Hinterhaltgefallen, mussten die ermatteten Engländer nach beträcht-lichem Verluste zurückweichen, und sie erreichten, argzugerichtet, ihre Schiffe. Der Angriff ward nach einigenTagen erneuert; allein er fiel noch kläglicher aus, als daserstemal: die ausgeschiffte Mannschaft konnte nur mitgrosser Mühe sowie unter schweren Opfern den Rückzugnach ihren Fahrzeugen bewerkstelligen. Man beschlossdann, unverrichteter Dinge abzusegeln und lenkte die Flottegegen Jamaica, dessen Eroberung ihr gar nicht aufgetragenworden. Als die Nachricht von diesen Vorgängen in Spanieneintraf, jubelte der Madrider Hof: die Engländer hätten anTodten und Gefangenen 2000 Mann, also ein volles Drittelihrer Landsoldaten eingebüsst 1 . Der Angriff auf Jamaica
Dep. Querini, Madrid 11. September 1655.