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Dreizehntes Capitel.
Weitere Schreiben um Unterstützung dieser dem Pariserund Turiner Hofe gemachten Vorstellungen wurden anprotestantische Mächte gerichtet. Die Sache beim Königevon Frankreich wie beim Herzog persönlich zu betreiben,ward der gelehrte Samuel Morland nach Paris und Turinentsendet. In England wurde für die Waldenser eineCollecte ausgeschrieben, die reichlichen Ertrag lieferte undam flüchtigen Königshofe in Köln die alberne Deutungveranlasste, Cromwell werde mit dem eingesammeltenGelde, statt es für die Waldenser zu verwenden, eineSchweizer Garde anwerben'. Als ob die Garde, die eraus den Elitetruppen seiner Eisenrippen zusammengesetzt,ihn nicht völlig gesichert hätte! — Seinem diplomatischenEinschreiten für die Verfolgten die erwünschte Wirkungzu verleihen, hatte der Lord Protector ein Mittel in derHand, von dem er unbedenklich Gebrauch machte. SeinVertrag mit Frankreich war so gut wie ins reine gebracht:es bedurfte, ihn perfect zu machen, nur der beiderseitigenUnterzeichnung. Cromwell verzögerte dieselbe wiederholt;seine Unterschrift war nicht früher zu erlangen, als bises, dank dem Einschreiten Ludwigs XIV. und Mazarinsin Turin, gelungen war, der Waldenser-Affaire einen Ab-schluss zu geben, mit dem England und sein Herrscherzufrieden sein konnten 2 . Unter’m 18. August ward denWaldensern Amnestie verkündigt und der Genuss ihreralten Vorrechte von neuem zugesichert; der wider sie ein-geleiteten Verfolgung ward Stillstand geboten, Gewissens-freiheit und das Recht auf unbehinderten Handelsverkehrihnen abermals eingeräumt. Der Turiner Hof, gewarnt
1 St. Pap. Dornest. 1655, p. 316.
1 R. Vaughan, The Protectorate etc. I, 261. Dabei jedoch istnicht zu übersehen, dass Cromwell die Begleichung der Waldenser-sache nicht ausdrücklich zur Bedingung gemacht hat, ohne die er denVertrag nicht unterzeichnen wolle. Der Protector hat nur factisch sichso verhalten, dass die Franzosen in dem Punkte über den Grund seinerZögerungen keinen Zweifel hegen konnten.