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Oliver Cromwell und die puritanische Revolution / von Moritz Brosch
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453
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Cromwells zweites Parlament und Ablehnung der Krone. 453

so manchen Königstreuen ins Unglück bringen musste.Auch diese nordische Insurrection hatte nur den Erfolg,dass sie die Stellung Cromwells, der nun mit offenen, aberohnmächtigen Feinden abzurechnen hatte, neuerdings be-festigte.

Die Repression, die nun folgte, war nicht besondersmilde, aber doch lange nicht so grausam, wie sie dreissigJahre später, auf Jacobs II. Geheiss, nach der misslungenenInsurrection des Herzogs von Monmouth gehandhabt wurde.Selbst Penruddock, welcher die Richter in Salisbury vorWagstaffs mörderischen Absichten geschützt hatte, wardin Exeter enthauptet; sein Schicksal theilte ein andererder Hauptschuldigen, und einige mehr wurden erhenkt.Etwa hundert oder mehrere hundert der Betheiligten (genaueZahl unmöglich zu ermitteln) wurden nach der Insel Bar-bados verschifft, wo sie in den Plantagen arbeiten mussten.Bei der Urtheilsfällung hielt man sich übrigens an die ge-setzlichen Formen: die Feststellung der Schuld erfolgteausnahmslos durch Geschworne, und wenn bei Zusammen-setzung der Jury durch die Sheriffs der Gerechtigkeit etwasnachgeholfen wurde, so konnten die Angeklagten trotzdemihr Recht der Verwerfung von Jurymännern selbst im Über-maße zur Geltung bringen 1 .

Ein anderes Nachspiel hatte der Aufstand am Hofedes landesflüchtigen Carl Stuart, der sich alsbald aus Middle-burg entfernte und wieder nach Köln zurückzog. Es wardentdeckt, dass die Nachricht von den Vorbereitungen undder Tragweite des gescheiterten Unternehmens durch einender Stuartschen Höflinge namens Manning verrathen worden.Dieser in Cromwells Diensten stehende Spion ward vonden Königlichen zum Sündenbock erlesen, der für alle dieFehler und Thorheiten, welche seitens der royalistischenPartei bei dem Anlass begangen worden, zu büssen habe.

1 St. Pap. 1655 p. 131. Über die Vorgänge s. auch Burton,Diary a. a. O. IV, 258 ff.