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Oliver Cromwell und die puritanische Revolution / von Moritz Brosch
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Vierzehntes Capitel.

vertheilen, dass es nur die alten Feinde erdrücke, nichtneue Feinde hervorrufe, nur den Überwundenen die Mög-lichkeit sich zu rächen entziehe, nicht frische, kräftigeRachsucht im Übermaß erzeuge. Cromwell besass dieseKunst, soweit sie einem Sterblichen irgendwie erreichbarist, und er übte sie mit Erfolg aus, so weit dies in seinervon wüthender Parteifeindschaft bedrohten Stellung mög-lich war. Er hat allen ihm gegnerischen Parteien denHerrn gezeigt; aber so eigentlich verfolgt und bedrücktund aufs empfindlichste getroffen hat er nur die royalistische,die er von den mannigfachen Schattirungen der übrigenMissvergnügten isoliren wollte. Es ist ihm dies nicht ganzgelungen: die Verblendung der Republikaner äussersterRichtung, die nicht sehen wollten, dass ihnen von denStuarts weit schlimmeres drohe als von Cromwell, warnicht zu kuriren. Aber so viel hat der Protector mitseinen, an die rechte Adresse gerichteten Maßregeln derSchonung wie der Strenge doch bewirkt, dass die neueOrdnung der Dinge, die er und das Heer geschaffen, vonden breiten Massen des Volkes ruhig ertragen wurde, unddass viele, die ihr Widerstand geleistet hatten, diesenWiderstand fallen Hessen. Mit Herannahen des Frühlingsvon 1656 trat solches unverkennbar hervor: innerhalb jenerVolksclassen, die der Opposition gegen die von Cromwellgeführte Regierung Stärke und Ansehen verliehen hatten,begann sich eine Schwenkung zu vollziehen; Männer vomhöchsten Range und Adel, unter denen es sonst eine selteneAusnahme war, dass sie dem Protector gehuldigt, folgtennun in grösserer Zahl seinem Rufe und machten sich an-heischig, das Schiff seines Glücks zu besteigen. Diese Er-scheinung verrieth nicht weniger, aber auch nicht mehr,als dass die Oppositionsgeister von einer Abgespanntheiterfasst waren, die benützt werden musste, so lange sievorhielt; denn gar leicht konnte sie wieder einer lebhafterenErregung weichen. Der Gedanke, es unter solchen Um-ständen auf eine neue Parlamentswahl ankommen zu lassen,