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erfahren; der klassische Unterricht ist heute nicht mehr derselbewie ehemals; jedenfalls ist er in Zukunft ungefährlich.

„Das Jahr 93 kehrt nicht wieder! — Zieht man heutedie Milde unserer Sitten in Betracht, so erscheint uns diesefurchtbare Krisis als ein Zufall, dessen Ursache uns unerklär-lich und dessen Wiederkehr nicht zu befürchten ist." Dem istnicht also. Beherzigen wir vielmehr, daß das Jahr 93 nurdie naturgemäße und legitime Entwickelung aufgestellter Prin-cipien, die logische Folge der Abschwörung des Christenthumswar. Beherzigen wir, daß Europa, so lange es zwischen demes alle Zeit schützenden Glauben und dem Neopaganis-mus, vor dessen sich ausbreitender Herrschaft unser Welttheilnoch keineswegs sicher gestellt ist, unschlüssig hin- und her-schwankt, beständig am Rande eines Abgrundes schwebenwird.

„Das Jahr 93 kehrt nicht wieder! Auch ich hege dieHoffnung, daß wir seine Wiederkehr nicht erleben werden;allein der Geist des Jahres 93, der revolutionäre Geist, derheidnische Geist lebt mitten unter uns. Er hat seineLehrstühle, seine Schulen, seine Apostel, seine Bekcnner; erhat seinen Einfluß in der Gesetzgebung geltend gemacht; erhat uns zu sich herangezogen und unsere Enkel werden sicheinst wundern über die ruhige Sicherheit und die seltsameVerblendung, mit der wir ihn mitten unter uns haben waltenlassen.

„Welche Fortschritte haben nicht die Einflüsse des Heiden-thums in der europäischen Politik gemacht? Die Beziehungender Völker zu einander haben einen Wechsel erfahren. Zwei-undzwanzig Jahre eines furchtbaren und grausamen Krieges,so furchtbar und grausam wie die Kriege des Alterthums,haben die europäischen Familientraditionen ausgelöscht. Warumscheinen denn alle Nationen, wie in den alten Zeiten, sich nurfür den Krieg zu constituiren, wenn sie, ohne sich es selbst zugestehen, nicht fühlten, daß der heidnische Antagonis-mus wiederum gegen das Christenthum aufgestanden