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mein Schwiegersohn schuldig, so stehe ich hier vor demBilde des Brutus und weiß, welches Urtheil erüber seinen Sohn fällte."

Sillery's Worte werden mit beifälligem Gemurmel aus-genommen. Egalitö faßt deßhalb ein wenig Muth, und, umeinen Theil dieser Volksgunst sich zuzuwenden, sagt: „Wennich schuldig bin, so muß ich bestraft werden. Das versteht sichvon selbst. Ist es mein Sohn, so sehe auch ichBrutus." Dieses Mal jedoch ruft die lächerliche und un-passende Nachahmung Egalite's ein allgemeines lautes Hohn-gelächter gegen ihn hervor und verschafft ihm den NamenVater Saturnus. *)

Nach dem Beispiele der Schriftgelehrten versucht auch dasVolk, die klassische Sprache zu lallen. Ein Sansculotte in derCarmagnole, Mitglied des Gemeinderaths in Sceaux-l'Units,schreibt an die Bürger des Departements Paris: „Saget unserenMitbürgern, daß die von den Mißbrauchen und dem Schweißedes Volkes Lebenden immer auch nach dem Blute des Volkesbegierig sind; sie gleichen dem Saturnus, der seineeigenen Kinder verschlungen hat."

Diese klassische Sprache ist nicht lediglich die einiger allein-stehender Demokraten, noch die der schlimmen Tage derSchreckensherrschaft. Alle haben sie im Colleg gelernt undAlle reden sie seit dem Beginn der Revolution als ihre Mut-tersprache.

Am 24. Juli 1789 sagt bei Gelegenheit des aufgefangenenBriefwechsels des Herrn v. Castelnau, französischen Ge-sandten in Genf, der Bischof von Langres auf der Tribüne:„Der große Pompejus hatte nach einer heftigen Gährungin seinem Vaterlande und einem Bürgerkriege die Seelenstärke,die Briefe, welche die Leiden des Vaterlandes hätten verlän-gern können, in's Feuer zu werfen. Daraus mache ich denSchluß,'daß es dem Edelsinne der Nation entsprechender ist,

1) Malerische Gesch. des Conv. B. II. S. 248.