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Lykurg ebenso sehr und vielleicht noch mehr als die Palmendes Sieges zu schätzen schien." ')

Ein anderer Schriftgelchrter, welcher die Tribüne besteigt,um über die langen Reden Klage zu führen, ruft aus: „Solltees denn dem republikanischen Sinne niemals gelingen, unsvon dieser schwatzhaften Beredsamkeit, die den Nach-eiferern der Lacedämonier durchaus nicht ansteht, zubefreien?"

Selbst bei den schrecklichsten Gelegenheiten, wann dasWort, um den Thatsachen ihre ganze Beredsamkeit zu lassen,sich einschränkt und jedes fremden Schmuckes entkleidet, ver-läßt doch die heidnische Phraseologie die Revolutionäre nicht.Die Umstände, von denen wir reden wollen, sind der Zahlnach drei: der Proceß Ludwig's XVI., die Verurtheilung derGirondisten und die Sitzung vom 9. Thermidor, welche denSturz Robespierre's entschied.

Die Leser haben wohl nicht vergessen, daß das Haupt desKönigs von Frankreich im Namen der Griechen und Römergefordert ward. Brutus hat Ludwig XVI. ermordet; dies istdas letzte Wort des mit dem 21. Januar zu Ende gehendenparlamentarischen Dramas.

In dem Processe der Girondisten ruft Jsnard, einerder Angeklagten aus: „Wenn man einen Menschen unddas Vaterland auf dieselbe Waage bringt, so neige ichimmer nach dem Vaterlande hin, das ich anbete und all-zeit anbeten werde, und wäre mein Blut für die Rettungdes Vaterlandes erforderlich, so würde ich, dies erkläre ichoffen, auch ohne Henker mein Haupt auf's Schaffet legen unddas verhängnißvolle Eisen, welches den Lauf meines Lebenszerschneiden sollte, selbst fallen lassen."

Regulus, Brutus, Cassius oder Cato haben jetzt geredet.Vernehmen wir nun Curtius. „Bürger," fährt Lauthenasfort, „ich kann nur dieselben Gesinnungen wie Jsnard aus-

1) Ebendas. — 2) Monit. v. 5. Juni 1793.