Band 
[2. Band.]
Seite
211
JPEG-Download
 

werde, ihnen nothwendig dünkenden Maßregelnzu treffen, alle Beamten, die sie für verdächtig halten wer-den, provisorisch ihrer Functionen zu entheben und sie sogarin gefänglichen Gewahrsam zu bringen. ')

Die Herrschaft der Proconsuln beginnt. Was sie in demalten Rom war, ist sie im republikanischen Frankreich. „Werhat dich zum Aufruhr treiben können?" fragte Tiberius denFührer eines Barbarenvolkes. „Du selbst," antwortete dieser,„weil du zum Schutze deiner Heerben nicht Hunde, sondernWölfe sendest."

In diesen Worten resumirt sich die Herrschaft der altenund modernen Proconsuln. In einer Rede, die er gegenEinen von ihnen hält, ruft Cicero aus: „Alle Provinzenseufzen, alle freien Völker erheben Beschwerden, alle König-reiche schreien laut auf gegen unsere Habgier und unsere Ge-waltthätigkeit. Das römische Volk hat nicht mehr den Waffen-lärm, nicht mehr das Getöse der Empörungen zu vernehmen,wohl aber die Thränen zu sammeln, wohl aber die Klagendes Erdkreises anzuhören."

Und weiter: „Wir sind soweit gekommen, daß man fragt,wo die reichen unid wohlhabenden Städte seien, um eine Ge-legenheit zu finden, sie in einen Krieg verwickeln und plündernzu können. Sendet ihr euere Heere gegen euere Verbündetenoder gegen euere Feinde? Sind die Feinde nicht ein Vor«wand? Bringen euere Heere nicht vielmehr eueren Verbün-deten, eueren Freunden den Krieg? Welche Stadt in Asienist reich genug, um die Habgier, ich sage nicht eines Feldherrn,eines Statthalters, sondern eines einfachen Militärtribunenzu stillen?" 4)

1) Monit. ebendas. — 2) Dio Cassius, Buch V, S. 653.

3) In Verrem, B. III, S. 89.

4) Ilrdss Ism locuxlstes e! copio8ss requiruutur, guidus cuu8Svelti proptsr clirixisucli euxiäitstem inlerutur. Hiventer liueeevium Lutulo et Horten8io äi^utsrem, summi8 se eluil8-

14 *