Zweiundzwanzigstes Kapitel.
Madame Roland.
Durch die Lectüre der Lebeusbeschreibungeu Plutarch's schonim nennten Jahre Republikanerin — Worte der MadameRoland — Ihre erste Communion — Wissenschaftliche und histo-rische Lectüre, die ihre ersten Eindrücke aus'S Neue weckt — DerZweifel regt sich in ihrem Innern — Ihr Christenthum erkaltet— Sie wird wieder, wozu ihre erste Erziehung sie gemacht hat,Republikanerin — 11m sich wegen des Todes ihrer Mutter zutrösten, liest sie Rousseau — Rousseau erklärt ihr Plutarch —Sie verehelicht sich — Ihr Briefwechsel — Details über ihre Ge-fangenschaft — Ihre Beschäftigung — Sie liest Plutarch undTacitus — Sie will sich umbringen — Ihr Tod — Lobsprüche,die ihr gespendet werden.
Das in den Kollegien bewunderte heidnische Alterthumhat unter den jungen Leuten eine ganze Generation von Bru-tusmännern, von Calo's, Publicola's, Lykurgen und Solon'shervorgebracht. Den jungen Mädchen dargereicht, erzeugtdieser berauschende Becher Clelia's, Porcia's und Cornelius.Wir werden hier nur zwei eclatante Beispiele, Madame Rolandund Charlotte Corday, anführen. Beide von strengen Sitten,beide über den niederen Regionen, in denen die Theroignevon Mericourt, die Rose Lacombe und viele andere Heldinnender Revolution lebten, erzogen, stellen sie sich der Nachweltals das vollendetste Vorbild der republikanischen Frau dar.Wie aber sind diese beiden Französinnen Römerinnen undSpartanerinnen geworden? Fragen wir deßhalb die Ge-schichte.
Manon Philippen, später Madame Roland, ward imJahre 1756 in Paris geboren; ihr Vater war ein Künstlerund ihre Mutter eine Frau, welche mit einem reizenden