jetzt noch zu erfahren, was sie für ihre unmittelbaren Ascen-denten that.
Am Sonntag den 8. Mai 1791 ersucht der Pariser Ge-meinderath die Nationalversammlung, die sterblichen Ueber-reste Voltaire's im Triumphe in die Hauptstadt bringen zulassen. Regnault') unterstützt dieses Verlangen, „weil,"sagt er, „Voltaire der einzige Mann ist, welcher den Fanatis-mus verscheucht und die Unwissenheit aufgeklärt hat."
Auf Regnault folgt Treilhard. „Voltaire," sagt er,„begann schon im Jahre 1764 die Revolution, deren Zeugenwir jetzt sind; er kündigte sie gerade so an, wie wir ste auf-treten sehen. Ihm verdanken wir sie. Er gehört viel-leicht zu den Ersten, welchen wir die von Euch für die großenMänner, so sich um das Vaterland verdient gemacht, zu-erkannten Ehren schuldig sind. Ich rede hier nicht von demPrivatleben Voltaire's; es ist genug, daß er das Menschen-geschlecht geehrt, daß er der Urheber einer so schönen,einer so großen Revolution ist, wie die unserige, auf daßwir Alles aufbieten, um ihm die Ehren, die wir ihm schuldigsind, schleunigst zu erweisen."
Den, der sein ganzes Leben der Sklave der gemeinstenLeidenschaften war, einen großen Mann nennen, Wohl-thäter des Vaterlandes den Mann, der von dem erstenTage an, da er eine Feder zu führen wußte, nicht aufhörte,die reinsten Herrlichkeiten seines Landes zu verhöhnen und esdurch die teuflischsten Mittel zu demoralisiren; die Ehre desMenschengeschlechtes Jenen, dessen Schriftstellerlebeneine beharrliche Prostitution des Talents und ein hirnver-brannter Angriff gegen das religiöse und sociale Gebäudewar, dessen Umsturz unberechenbare Leiden über die Weltbringen sollte: welcher Hohn gegen die Wahrheit! welcherUmsturz der christlichen Denkungsart! Allein Voltaire hat die
1) Abgeordneter von Satnt-Jean-d'Angely.
2) Moniteur vom 9. Mai 1791. — 3) Montt. ebendas.