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Politik und die heidnische Politik. Sie beide kennbar machen,heißt Leben und Tod vor die Augen der Völker stellen, dennes heißt ihnen die beiden Wege angeben, von denen der einezum Glück und der andere zum Verderben führt.
Soll uns dieses gelingen, so ist das zugleich sicherste unddem Plane unseres Werkes am Besten entsprechende Mitteleine geschichtliche Uebersicht dieser beiden Richtungen in derPolitik und ihrer allgemeinen Resultate in der Welt zu denverschiedenen Zeiten ihrer Herrschaft. Wir wollen mit derheidnischen Politik, die wir den Cäsarismus nennen, denAnfang machen.
Ein Medaillon, welches einen Kaiserkopf mit der In-schrift darstellt: vivus Oaesar, Imperator ei Lumrnuskontiksx, der göttliche Cäsar, Kaiser und ober-ster Hohepriester — das ist der Cäsarismus.
Denn faktisch ist der Cäsarismus die Vereinigung derweltlichen und der geistlichen Souveränes in der Hand desMenschen, mag nun der Mensch Volk, Senat, Kaiser oderKönig genannt werden. Principiell ist der Cäsarismus dieDoctrin, welche auf dieser Grundlage eine Ordnung der Dingezu errichten strebt.
In diesem Systeme herrscht der sociale Mensch, von derVormundschaft der göttlichen Gesetze befreit, und ohne jeglicheBeschränkung über die Seelen und die Leiber. Seine Ver-nunft ist die Richtschnur für das Wahre, sein Wille Rechts-quelle. Der höchste Zweck seiner Politik ist das materielleWohl ohne Beziehung zum moralischen Wohle. Die künftigenGeschicke der Menschheit kommen bei seinen Berechnungennicht in Anschlag. Für ihn ist die Religion nur ein Werkzeugfür seine Herrschaft. Er hat sie in der Hand und lenkt sie,wie jeden anderen Zweig der Verwaltung, durch Priester,welche seine Beamten und Agenten sind. So lange seinJnterresse es verlangt, und in den Grenzen, in welchen das-selbe es verlangt, verschafft er ihr Anerkennung, wenn nicht,so verläßt er und verfolgt sie selbst. Sobald sie ihm die