8
feinen göttlichen Ohren.*) Bei seinen Lebzeiten läßt ersich Opfer darbringen und verurtheilt Jene zum Tode, diesich an denselben zu betheiligeu weigerten; nach seinem Todewerden ihm Tempel und Altäre errichtet.
1) ^.etermtas tua... Dioeletianub irraximus, sstsi-nun, Imperator...aä äivina» nostras aures lama guaeäam psrvenit. Oeeret. Oioel.apull Lollancl. Lei. 8. 6eorg., 23. ^.prll. sie.
2) „Die heidnischen Cäsaren," sagt der Verfasser der »AllgemeinenKirchengerichte« (Abbe Rohrbacher -f 1856), „waren zugleichGötter, souveräne Päpste und Kaiser. Plinius verurtheilt dieChristen Bithyniens zum Tode, weil sie sich weigerten, dem Bildedes Trajan zu opfern. Hadrian macht seinen Schwelggenosscn zueinem Gölte. Antonius und Marcus Anrelius hatten offenkundigfeile Dirnen zu Weibern. Ihre Lastergenossinnen belohnen sie, stattderen Liederlichkeit zu bestrafen. Nach ihrem Tode erheben sie die-selben zu den Schutzgottheiten der Ehegatten, weihen ihnen Tempelund Opferpriester und verpflichten die jungen Ehefrauen, ihnenOpfer darzubringen.
„Die heidnischen Cäsaren waren ferner das lebende und höchsteGesetz. Ihre Willkür hatte Gesetzeskraft; dieses Gesetz verpflichtetedie Andern, nicht aber sie selbst. Als Herren des Gesetzes odervielmehr selbst als das hauptsächlichste Recht und Gesetz, waren sieHerren über Alles, über das Eigenthum sowohl als über alles Andere.Alles gehörte den Andern nur nach ihrem Belieben. Kein König,kein Volk konnte und durfte Unabhängigkeit beanspruchen.
„Eine Probe hiefür haben wir im Kaiser Caligula. Die heid-nische Idee des heidnischen Cäsar personificirte sich vollständig inseiner Person. Er selbst erklärte sich für einen Gott, weihete sicheinen Tempel, Opferpriester und Opfer. Seine Schwester Drusilla,mit der er mehr als ein blutschänderisches Vergehen begangenhatte, machte er nach ihrem Tode zu einer Göttin und schwur öffent-lich bei ihrer Gottheit. Kam ihm die Lust an, so ließ er diesem oderjenem Senator sagen, er möge sich hüten, seine Frau zu berühren;denn der Kaiser nehme sie als die setnige an. Als er das römischeHeer durch Gallien bis zum Gestade des großen Oceans geführthatte, um Muscheln aufzulesen, schrieb er an seine Intendanten inRom, sie sollten ihm einen Triumph, der seines Gleichen nicht habe,bereiten, weil sie über das Vermögen aller Menschen