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VI. Wissenschaftliche Anstalten.
Schon seit den ältesten Zeiten Hot sich Zürich durch gute Schulenund eine grosse Zahl gelehrter Männer, die eS hervorbrachte oderbeherbergte, ausgezeichnet, und es darf in keinem Zeitpunkte dieVergleichung mit andern Schweizerstädten scheuen.
Die erste öffentliche Schule in Zürich wurde im 2ahr 1273 ,unter dem Namen Scholasterci, durch den Einfluss des damaligenPropstes am grossen Münster, Heinrich von Klingenberg , gestiftet.Nach der Reformation wurde für die Schulen so viel gethan, alsdie Umstände erfordern und gewähren konnten; auch wurden schondamals gelehrte Männer vom Auslande und ab der Landschaftherbeigerufen. 2m 2ahr 1636 wurde das erste anatomische Colle-gium in Zürich gelesen. Ein grosses Leben brachten auch Bodmerund feine Schüler in das Unterrichtswesen. Zm Jahr 1773 wurdedie Kunstschule für Knaben eingerichtet, die sich dem Handwerks-oder Kaufmannsstande, oder auch den Künsten widmen wollten.2m Zahr 1773 entstand durch thätige Betreibung Chorherr Usteri'ödie Töchterschule, und im 2ahr 1732 wurde die medicinisch-chirur-gifche Lehranstalt von einigen Aerzten gestiftet. 2m 2ahr 1320entstand eine Thierarzneischule, die 1323 und später 1333 bedeutenderweitert und verbessert wurde. 2m 2ahr 1326 gründete einVerein von Privaten das technische 2nstitut; auch wurde dieKunstschule beträchtlich erweitert. Bei der Staatsumwälzung von1330 war eine der ersten Forderungen, durchgreifende Verbesserungdes Schulwesens durch den ganzen Canton, die dann auch sofortkräftig in's Leben trat. Durch die organische Einrichtung desChorherren-Stifts und die allgemeine Sparsamkeit im öffentlichenHaushalte waren die höher» und niedern Schulanstaltcu nicht aufden Standpunkt vorgerückt, welcher den immer fortschreitendenCulturverhältnissen angemessen war, obgleich auch in den letztenZeiten für das Land Vieles gethan worden war. 2etzt trafen diedurchgreifenden Veränderungen vorerst die untern Schulanstalten.Es wurden daher im 2ahr 1332 in Folge eines Gesetzes die Ele-mentar- und Realschulen den Gemeinden, also auch die betreffendenAbtheilungen der Stadt, überbunden und sofort neu organisirt.An die Stelle der alten Lateinschulen und höhern Collegieu, sowie der Kunstschule und des technischen 2nstituts trat die Caissons -