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Zürich und seine Umgebungen : ein Almanach für Einheimische und Fremde / G. Escher
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fahrten Nachmittags und Abends zahlreiche Pilger nach demHöckler, obgleich das tückische Wetter schon oft seine Schalkheitan ihnen geübt und sie von plötzlichem Gewitterregen durchnäßtnach Hause gesandt hat. Da lagert sich die bunte Menge auf derWiese oder wo es ihr sonst gefällt, und labt sich bei Wein, Bieroder Kaffee mit Rahm, der nirgends in .Zürichs Umgebungentrefflicher gefunden wird, als hier. Bei jeder wahren Höckler-partie, und am Himmelfahrtsfeste besonders, dürfen die beliebtenKüchli nicht fehlen. Oft muß mit Verfertigung derselben schonden Tag vorher begonnen, die ganze Nacht und den ganzen Fest-tag hindurch damit fortgefahren werden, um für den Verbrauchhinlänglich sorgen zu können. Heutzutage macht man zwar dieKüchli überall, doch nirgends mit gleicher Vollkommenheit, wie>m Höckler, ihrem wahren Hcimatsorte.

Als Kurort und zum Sommeraufenthalte ist der Höcklerschon häufig benutzt worden; er eignet sich auch wirklich besserdazu, als manche andere Orte in der Nähe der Stadt. DieLuft ist rein; man ist in stiller, ländlicher Gegend, und, wassehr angenehm ist, vom Stadtleben gänzlich entfernt. Wer Spa-zirgänge liebt, findet daselbst den mannigsaltigsten Genuß, seies, daß er nach der Höhe emporstrebe, oder lieber dem Waldeentlang durch Wiesen hinwandte, oder inS Thal hinuntersteigcund am rauschenden Strome sich ergehe.

Nicht würden wir enden, wollten wir alle Vorzüge unsersLieblingsorleS aufzählen. Laßt uns daher von ihm scheiden!-