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Heröst-Ntnmine. III.
sitzen und weiter weg. Diese schwarze Sflartische Suppe mit Thrä-nenbrod hat uns blos der Baireuther Zeitungsschreiber eingebrockt,obgleich wider Willen, da er gern, wenn die schwachen Mägenes nicht verbieten, Feste der süßen Brode giebt. Er berichteteuns nämlich in der Sonntagszeitung No. 148 (den 23. Juni),daß ein Professor der Sternwarte von Bologna das Ende derErde auf den I8ten Heumonat dieses Jahrs unwiderruflich anbe-raumt, und daß er die Prophezeihung nicht aus Träumen, sondernaus den neuen sechs großen Flecken der Sonne geweissagt, welche,schließt der Wälsche, die in keiner Brandversicherungskasse stehendeErde zum letzten Mal in Brand steckt. Den Professor hat zwar derProkurator der Jnquisizion in Firmo gefangen gesetzt und derDominikaner Moritz Olvieri in Untersuchung genommen; wasbat aber unser Marktflecken und der ganze Mainkreis davon,wenn der Doktor sitzt bis an den jüngsten Tag und dieser ebenkommt, denken gemeine Leute; und selber gebildete wollen ver-muthen, etwas sei an der Sache, weil die Jnquisizion darwidersei, welche, wie die Artillerie, kein andres Feuer gern gemachtsehe als ihr eignes.
Kurz, die Furcht, am I8ten Heumonat in den Himmel zukommen, ist im Marktflecken allgemein und greift in den Dörfernzusehends um sich. Man weissage den Menschen nur ein rechtgrauenhaftes Unglück und bestimme vollends den Tag dazu, sieglauben es leichter als ein wahrscheinlicheres, aber unbedeutendes.Nun schlage sich gar — wenn ich auch manchen von der BasierTraktaten-Gesellschast herumgeschickten Säemann mit christlichenBücbelchen nicht einmal rechne — vollends mit Hagelschüssen undWasserstürzen der jetzige diuretische Wolkenhimmel dazu, so daßman früher zu verhungern als zu verbrennen fürchten muß! —Wahrlich, wer in der Stadt ist, Herr Legazionsrath, und kein Feldhat, der stellt sich nicht vor, wie ein armer Landmann halbgrimmig in den zerstörten Himmel blickt, wie ihm so Stunde nachStunde das Wasser wie eine Wassersucht höher an Schlund undKehle steigt, und wie ihn Nachts das Niederrauschen erbärmlichaufweckt und einschläfert, und wie ihm das Wetter statt des ganzenUnglücks auf einmal jeden Tag blos ein größeres Stück bringt.Mein elendes Gerstenfeld hat ebenso gelbe Spitzen wie meinGesicht selber, und das Schultern steht ebenso niedergebogenwie wir Alle im Ort.
Nun fehlte wahrlich den Leuten weiter nichts nach dieserletzten Oelung mit Wasser als gar der jüngste Tag mit seinemgrößten Scheiterhaufen. Wie es seit der I48sten Nummer derBaireuther Zeitung hier zugeht, kann ich Ihnen leicht malen;