Die Schutzzollpolitik.
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prekäre; neue Länder zu entdecken giebt es nicht mehr, derErdball ist umschifft, und wir können kauffähige Nationenvon irgend welcher erheblichen Ausdehnung, an die wir ex-portieren könnten, nicht mehr finden. Der Weg derHandelsverträge ist ja unter Umständen ein sehrgünstiger, es fragt sich nur bei jedem Vertrage:gut tromxs-t-on toi? wer wird übervorteilt?Einer in der Regel, und man kommt erst nach einer Anzahlvon Jahren dahinter, wer es eigentlich ist. Ich erinnerenicht an unsere Verträge, sondern nur an diejenigen, welchezwischen Frankreich und England bestehen, wo beide Teilesich auch gegenseitige Täuschung vorwerfen, aber ich erinneredaran, daß unsere Staatsmaschine in steuerlicher Beziehungviel weniger in der Hand der Regierung liegt, um die In-tentionen des Landes gegen den Vertrag und trotz des Ver-trages so zu fördern, wie es in den meisten unserer Nachbar-länder der Fall ist. Unsere ganze Steuererhebung und-Verwaltung ist publiei jurisZ und es kann eine erlaubteoder unerlaubte Abweichung von den Vertragsbestimmungenbei uns niemals stattfinden, während bei unseren Nachbarndie Thätigkeit des Beamten — Frankreich nicht ausgenommen,und Frankreich steht doch unseren Verhältnissen am nächsten —eine solche bleibt, daß dort die Vorteile des Vertrages durchdie administrative Einwirkung mehr erschwert werden können,als es bei uns je der Fall sein wird, dem anderen Kon-trahenten die Ausbeutung des Vertrages zu erschweren. Aberjeder Handelsvertrag ist ja immer ein erfreuliches Zeichen derFreundschaft; in der Völkerwirtschaft kommt es btoß daraufan, was darin steht, und können wir es erreichen, daß einStaat uns mehr abkauft als wir ihm, so werde ich, wenndas nicht ein großes Derangement in unsere Angelegenheitenund unsere jetzige Produktionslage bringt, einem solchen Ver-trage gewiß nicht entgegentreten. Ob wir bei den VerträgenVorteile gehabt haben oder nicht, ist eine Sache, die sich jedersicheren Berechnung entzieht. Thatsache ist, daß wir uns inleidenden Zuständen befinden, und zwar meiner Überzeugungnach mehr als irgend eines unserer schutzzöllnerischen Nachbar-länder. Wenn die Gefahr des Schutzzolls so groß wäre, wiesie von den begeisterten Freihandelsanhängern geschildert wird,so müßte Frankreich seit Colbert^ längst vermöge der Theorien,
' Jedem zugänglich. ^ Generalcontroleur der Finanzen 1661—1683.