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Zweiter Band.
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Kaiser auch eine Annäherung der Eidgenossen an Frankreich vollziehen könnte.Allein Schinner war nicht der Mann, es so weit kommen zu lassen. Erhatte dazu überdies persönliche Gründe. Sein Gegner im Wallis, Georgvon Supersar (Jörg usf der Flüe), ein Anhänger Frankreichs , hatte dieMatze gegen ihn erhoben und ihn aus dem Lande getrieben. Von Julius II. war er nunmehr zum Kardinal erhoben worden. Mit Feuereifer trat er fürdie Sache des Papstes ein. Die Umstände kamen seinem Beginnen zu statten.Zwei Boten der Eidgenossen, der eine von Schwyz , der andere von Freiburg ,waren in Lugano von den Franzosen aufgegriffen und ermordet worden. Fastim gleichen Moment, im Oktober 1511, hatte der thatkräftige Papst mitSpanien und Venedig dieheilige Ligue" gegründet. Da die Franzosensich weigerten, den Eidgenossen Genugthuung für die begangene Gewaltthatzu geben, so nahmen die Verhandlungen für den Papst einen günstigenVerlaus. Die Schwyzer, 1500 Mann stark, brachen mit 500 Freiburgernam 14. November 1511 zuerst auf. Vergeblich hatten Bern und Solothnrnzu vermitteln gesucht. Sie. wie die übrigen Orte, sandten Zuzug. An10,000 Mann standen jenseits des Gotthard. Diese zogen bis vor Mailand und gedachten die Franzosen in offener Feldschlacht zu bestehen. Dazu ließensich diese jedoch nicht verleiten. Ihr Gold erwies sich viel wirksamer. Zudemzeigten sich die Verbündeten des Papstes, die Spanier und Benetianer, nirgends.Ein übriges that die eintretende starke Kälte. Unordnung und Jndisziplinlösten die Reihen der Eidgenossen. Den gemeinen Mann ergriff tiefe Ver-bitterung. Durch Plündern und Sengen ließen sie ihre Wut an den Dörfernund Bewohnern der lombardischen Ebene aus. So endete derkalteWinterzug" noch schmählicher als der Ausmarsch nach Chiasso ; nur wurdedie Kluft trotz französischer Botschaft zwischen der Eidgenossenschaft undFrankreich bedeutend erweitert.

3. Selbständiges Borgehen der Eidgenossen.

Der große Pavierzug. 1512.

a) P. Jovius, Historiae I, sol. 9396. Lutetiae 1558. Zwinglii,Opera, ed. Schüler et Schulthess IV, 167172. Turici 1841. FridoliuSicher, Chronik, in den St. Gatter Mitteilungen XX. C a mp e ll, HistoriaRaetica II, heransg. in den Quellen zur Schweizergeschichte IX. von Rodt, Auszugaus Burkharts von Erlach, des Berner Hauptmauns Berichten und Rechnungen, denPavier Zug von 1512 betreffend, im Schweizer Geschichtsforscher I. Bern 1812.

d) G. v. W y ß, Die Geschenke Julius II. an die Eidgenossen, im Neujahrsblattder Stadtbibliothek in Zürich 1859. Bridel, Drapeaux doirnös par les papesaux Suisses, im Le conservateur suisse 111. 1813. T. di Liebenau,I Trivulzio et la loro cittadinanza lucernese, im Bolletino storico III. 1881.