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Zweiter Band.
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schuldig zu feilt; überdies mehrte er zugleich durch große Gastfreundschaftseine Schulden. Freilich machte er sich hiedurch noch beliebter. Sein Anhangwar geradezu zurBauernpartei" geworden. Als bald nach seiner Verwaltungder Landvogteistelle Scheust starb, wurde der beliebteSeppli" zum Land-ammann gewählt, ein Amt, das er acht Jahre lang abwechselnd mit seinemGegner Geiger verwaltete. Während seiner Amtsführung liest er sich unbedachtin folgenden Hanvel ein. Der Gemeinde Ob er riet im Rheintal hatteAppenzell-Jnnerrhoven in Zeiten großer Not die Alp Säntis am Fuße desHohenkasten verkauit. Dieselbe war vielfach verpfändet. Auf Anregung vonLandammann Suter kaufte ein Appenzeller ein Stück dieser Alp nnd trat esan ihn ab. Darauf wollten die Appenzeller die ganze Alp zurückkaufen. DieGemeinde Oberriet gelangte an die Gerichte. Ein langwieriger Prozeß wardie Folge. Vvr Beendigung desselben beschloß ver appenzellische Landrai,Suter dürfe kraft desZugrechts" die ganze Alp nehiuen. Das geschah, undder Preis von 6000 Gulden wurde aus der appenzellischen Laudeskasse bezahlt.Allein die Tagsatzung verlangte als Oberherr Rückgabe und Schadenersatz.Suter, vom Landrat gänzlich verlassen, sollte die Prozeßkosten, sowie dieEntschädigung zahlen. Widerrechtlich wurde ihm das Landessiegel weggenommen.DieHerrenpartei" kam oben auf und wählte am 27. Heumonat 1770 instürmischer Landsgemeinde einen Anhänger Geigers zum Landammann. Suterwurde aller bürgerlichen Rechte verlustig erklärt und für immer aus demGebiet der Eidgenossenschaft verbannt. Voll Gram zog er sich nach Konstanz zurück. Nach einigen Jahren wußte man ihn auf den Boden Jnnerrhodenszu locken; von Kronemvirt Buff in Wald ward er verraten und gefangennach Appenzell gebracht. Man spannte den Greis auf die Folter, und einenMonat nach seiner Verhaftung ward er, am 9. März 1784, hingerichtet.Daß man damit einen gräßlichen Justizmord begangen, sah mau in Appenzell fast erst ein halbes Jahrhundert nach Suters Tode ein: die Landsgeineindedes Jahres 1829 gab seinem Andenken durch einen eigenen Beschluß Ehreltrtb guten Namen wieder.

Gehen wir weiter nach Osten, so sehen wir, daß auch Gra ubündennoch nicht zur Ruhe gelangt war. Die Grundlage des Verhältnisses zuOsterreich-Mailand bildet das mailändische Kapitulat, welches im Jahre 1726mit einigen gegenseitigen Zugeständnissen erneuert worden war. An derSpitze der österreichischen Partei stand General Sprecher, während dieOpposition durch Ulysses v o n S a l i s M a r s ch l i n s im Sinne Frankreichs und Venedigs geleitet wurde. Doch kam es erst nach Sprechers Tode(f 1758) im Mai 1762 zu einer Erhebung derselben. Das hatte neueVerhandlungen mit dem Statthalter von Mailand , Graf von Firmi an zurFolge. Ein neues Kapitulat vom 8. Februar 1763 gewährte Bünden das