Zell im Zillerthall, den ro.Oktob. 1783. 124
eingenommen hatte, mit Steinen überdeckt fand.Das, wa» in Erdbeben, und bey Vulkanen unter-irdisches Feuer, und die dadurch mit Gewalt ausge.dehnte Luft thun, das wird hier ein Haufe der durchandere Ursachen unter dem Gletscher in Bewegung ge-brachten Dünste bewirken. Man weiß doch, daß dieWanderer auf den Gletschern öfters ein gewaltigesBeben der Eisdecke erfahren haben.
Ein Landmann, der mehrere Jahre hindurchüber unsere Gletscher gereiset ist, sagte mir: das Käsleidet keinen Stein unter sich, wenn es wächst.Ich -vill hier den Ausdruck des Mannes eben nichtgutheißen: aber in diesen Satz umgeschafen: DerGletscher wirft mehr Steine aus, wenn er wächst:könnte seine Behauptung wirklich gegründet seyn.Wenn wir de Luc'S Erklärung des Wachsens fürrichtig annehmen, so ist sehr wahrscheinlich, daß dieunter der Eisdecke verschlossene Luft niemals mehr inBewegung gesetzt werde, als beym Fortrücken desGletschers. Er kann keinen Schritt vorwärts machen,ohne daß manche alte Höhle ausgefüllt, oder ver-schloffen,— und manche neue geöfnet wird : auch dieWirkung der äußern Luft auf die unter dem Eise einge-sperrten Dünste wird durch das Schliessen alter Spal-ten, und durch das Entstehen neuer sehr mannchfaltiggeändert. Alles dieß muß beym Fortschreiten desGletschers nothwendig eine heftige Bewegung in derunter ihm eingeschlossenen Luft hervorbringen, die auchzu manchem Steinwurfe die Ursache werden kann.
Naturhist-Lriefe l. Band. 2 3 ch