Zell im Zilletthall, den 5 März, r 7 8 4. ivy
von unerfahrnen Leuten mit der vorigen Krankheit ver-wechselt. Aber sie ist ungleich gefährlicher; und wirdauch eine Kuh mit vieler Sorgfalt davon hergestellet,so wandelt selbe doch öfters nach mehreren Monatendie nemliche Krankheit wieder an. Dafür soll daswirksamste Mittel folgendes seyn. Man giebt derKuh anfangs etwa eine Bohne groß venetianischenTheriak in Wasser; dann melkt man eine Kuh, schnei-det in die frisch gemolkene Milch Wurzeln von Tormen-till, Teufelsabbiß, (Lcabiola luccila I..), und Bal-drian , auch ein bischen Biberncll, (pimpinellslaxikraZa I..) — siedet alles zusamm in dieser Milch,läßt es abkühlen, und reicht dann der Kuh das Ge-tränke.
Eine andere, hier nicht ungewöhnliche Krankheitdes Viehes ist das Blutharnen, oder nach dem hie-sigen Sprachgebrauchs, das Färben. Man hältes für ein Spezifik gegen dieses Uebel, der Kuh kleinelebendige Forellen einzugeben: auch Wurzeln von kkel-lanärium mutellma I.. werden dagegen gebraucht;fernerö Wurzeln von Tormentill, und Teufelsabbiß.Dieser Krankheit nähert sich eine andere, die man hierdas Zitten nennt. Die Kühe zittern, wie fiebrigteLeute, und milchen auf einmal nicht einen Tropfen.Wan hält für die Ursache dieses Uebels, heftige amhaltende HiHe, und gähes Wassersaufen. GewissaKräuter, die man hier aus dem Grunde die Zlttkräu-ter nennt, und unter denen auchOenriana aeaulis I.,ist , werden dagegen gebraucht. Vom Blutharncn,
und