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Naturhistorische Briefe über Oestreich, Salzburg, Passau und Berchtesgaden / von Franz von Paula Schrank ... und Karl Ehrenbert Ritter von Moll
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114
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r 14 Drey - «nd zwanzigster Brief.

Und wrnn's von Geistern ist, welche Mit-tel schlagt ihr ein, um euer Vieh wieder zu heilen?

Da ist ein für allemal nichts besser, alsder dreyfache Vaterunser: da knie ich hin zu derKuh, nehme das Eiter in die Hände, undbethe den dreyfachen Vater unser darüber. Schaut!einige Leute haben in dem Falle so besondere Sprü-che, die mir aber nicht recht richtig scheinen.

Habt ihr die Sprüche verstanden?Sind sie deutsch? Wißt ihr keinen herzusagen?

Hab sie verstanden sind deutsch aberLch weiß mein Seele keinen mehr hab mir'snicht zu merken getraut; denn sie sind teuflisch.Ich habe einen Geistlichen gefragt, ob ich dieseSprüche auch gebrauchen darf? Da hat er mir'sbey Seel' und Seeligkeit verbothen; hat gesagt,der Teufel rede solche Sprüche aus den Leuten her-aus; ich sollte den dreyfachen Vaterunser fleißigdarüber bethen; denn das Gebeth kann alles. Unddas ist wahr wahr ist'ö, ich hab's oft schonversucht. Unterm Bethen wird's zusehends besserum die Kühe.

Nun fleng ich an sein Vorurtheil zu bestrei-ten. Ich wollte ihm begreiflich machen, daß esPosse sey, zu glauben, daß Geister seinen Stallbesuchten, und sein Vieh krank machten: daßsiine Baldrianwurzel über der Thürschwelle, undfein Rauch von Edelraute, und Edelweiß, kindi-sches, abergläubisches Zeug seyen daß es umSGebet allerdings eine sehr gute Sache sey; daß er

aber