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Naturhistorische Briefe über Oestreich, Salzburg, Passau und Berchtesgaden / von Franz von Paula Schrank ... und Karl Ehrenbert Ritter von Moll
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121
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ZellimZillerchall, den Z. März, 1784. irr

wird, als durch das Abschnüren. Im Tuxe hatman vormals die meisten Hammel durchs Abschnü-re»! gemacht: aber man fangt immer mehr an,sich an den Schnitt zu gewöhnen.

Einige Bauer stuzen ihren Schaafen dieSchwänze; aber nicht gerade den Mutterschaasen,auch nicht um die Begattung zu erleichtern; son-dern weil sie dann fetter, und von den Schaaf-zekcn (^carus reckuvius I->) nicht so genekt wer-den, welche sich vorzüglich gerne in die Schwänzestecken.

Das gewöhnliche Zeichen der Schaafe sindBrandmahle an den Hörnern, vorzüglich bey denWiddern; Schnitte in den Ohren; auch söcherchendurch die Ohren, durch die man Meßing, oder Ei-sendrath stekt. Die Tuxer zeichnen ihre Schaafedurch Brandmähle queer über die Nase. Von demSommeraufenthalte der Schaafe auf den Alpenhabe ich Ihnen im letzten Briefe mehr gesagt: imWinter werden sie im Stalle mit Roggenhalmen,auch wohl hie und da mit unter mit schlechtein Heu,(Schnaitheu, Schmelenheu,) und Kirschbaumlaubgefüttert. Wasser wird ihnen in hölzernen Gefäßenin die Ställe gesetzt; und immerzu bekommen sieSalz, das ihnen auf Heublumen gestreut wird.Im Soinmer besucht sie der Schaafhirt, (wo nichteigene Schaafalpen sind) von Zeit zu Zeit auf denhohen Weydgängen, und streut ihnen Salz aufgrosse Steinblatten. Dieß heißt die Schaafe säl-

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