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Naturhistorische Briefe über Oestreich, Salzburg, Passau und Berchtesgaden / von Franz von Paula Schrank ... und Karl Ehrenbert Ritter von Moll
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150
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L 5 v Vier - und zwanzigster Brief.

hornkarr, die ein Theil der Alpe Kochahorn sind,sehen daher so traurig, und wüste aus, daß man nim-mermehr dachte, daß Kühe hicher kamen, das bis.chen Gras abzuweiden. Das Herumklettern zwischenden Steinhaufen ist hier nicht die einzige Unbequemlich-keit für das Vieh; eine andere ungleich beträchtlichereist der Mangel an Wasser, den ich noch immer selbstfühlte. Die Melker graben, um ihren Kühen durchKunst Wasser zu schaffen, das die Natur hier in ei-nem grossen Bezirke zu stiefmütterlich gegeben hat,grosse, weite, der Sonne ausgesetzte Gruben aus,sammeln Schnee von den nahen, hohen, schattig,ten Stellen, in denen er immer bleibt ohne zu schmel-zen ; werfen ihn in die Gruben; die Sonne schmelztihn da, und dieß ist dann alles Wasser, was Men-schen , und Thiere bey ihrem Daseyn gemessen. Esist nichts weiter als Industrie, und Betriebsamkeitdazu nöthig, um sich aus ähnlichen Verlegenheiten zuwickeln , und beydes hat der Zillerthaler unstreitig irtrhohen Grade. Aber noch war diese Arbeit nicht ge-schehen , weil kein Vieh da war: ich fühlte also denMangel an Wasser um so mehr, da ich schon so langeDurst gelitten hatte, und die Tageshitze immer wuchs.Ich überstieg die Höhe an der Südseite des Kvtha-hornkarres , und setzte meine Reise nach dem Rückendes Gebirges zwischen Steinen , und Legföhren fort.Jählings fanden wir uns am Rande einer hohen Fels-wand , die unsern Weg sehr unangenehm unterbrach.Wir versuchten es einige Schritte hinunterzusteigen,aber es war da schlechterdings keine Hofnung fortzu-kommen.