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Erster Band, erste Abteilung. Aba - Evan.
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Aehemenides

Acheron

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des Acheloos ; im Zorn hierüber rifs er mitseinem Strom das Uferland samt den Nymphenfort, und die Najaden, mit Erdreich umgeben,wurden zu Inseln. Die fünfte Insel entstandaus seiner Geliebten Perimela, der Tochter desHippodamas, welche der Vater im Zorn überdie Entehrung der Jungfrau, noch ehe sie ge-bar, in das Meer stürzte, Poseidon aber aufBitten des Acheloos in eine Insel verwandelte.Ov. Met. 8, 577611. Nach Apollod. 1, 7, 8zeugte Acheloos mit Perimede, der Tochter desAiolos und der Enarete, den Hippodamas undOrestes . Aufserdem hatte Acheloos eine Toch-ter Kallirrhoe, welche Gemahlin des Alkmaionwurde, Apollod. 3, 7. 5. Bei Giern, Bo. Homil,5, 13 heifst die Mutter des Thessaliers Myr-midon Eurymedusa Tochter des Acheloos (Flufsin der Gegend von Lamia, im Reiche des Achil-leus, Strab. 9, 434).· Die Kunst hat denAcheloos dargestellt teils als gehörnten Greis :(auf der oben erwähnten Münze von Metapont ),teils als Meerdrachen mit menschlichem Kopfeund Armen und Stierhörnern ( Gerhard Auser-les. Vasen. 2. t. 115), teils, und am gewöhnlich-sten, als Stier mit menschlichem Gesicht undlangem feuchtem Bart ( Soph. Trach. 13). SeinKopf auf Münzen von Akarnanien , Oiniadäund Ambrakia ( Sestini Med. del M. Fontana4, 9. 10, 12. Mionnet 2. p. 51 u. 78. Suppl.3. p. 365 u. 453. pl. 14)*). Häufig findet sich ;sein Kampf mit Herakles ; so schon am amy-kläischen Thron (Paus. 3,18, 8), in einer Sta-tuengruppe des Donta s zu Olympia (Paus. 6,19, 9), in einein GTemiUde bei Philostratos (tun. 4). Die erhaltenen Kunstwerke zusam-mengestellt von Welcher ad Phüostr. p. 600.Müller Arch. §. 403, 2. Gerhard a. a. O. S. 107.

11rlichs Ann. d. Inst. 1839 p. 266 u. 1856 p. 104.Man sehe noch Zoega Bass. tav. 74. BraunGr. Götterl. §. 133. 638 640 und dazu die ,Nachweisung der Kunstwerke b. Streber Bayr.Ahad. 1838. p. 537 ff. Panofka Berl. Ahad.1846 p. 230 ff. Enger Hieb. Parad. 183. PrellerGr. Myth. 1, 29 f. 450. 2, 243. Gerhard Gr.Myth. 1. §. 542. Stark Niobe 412. | Stoll.]Aehemenides , Sohn des Adamastos vonIthaka , Gefährte des Odysseus, den dieser aufder Flucht vor den Kyklopen auf Sicilien zu-rückliefs. Später wurde er von Aneas auf-genommen: Verg. Aen. 3, 614 ff. Ovid . Met.14,. 161. Pont. 2. 2, 25 u. 167. [Roscher.]Acheron (Axsqcov), 1) ein Flufs der Unter-welt. In der Ilias wird Acheron als solchernicht erwähnt; dort ist die Styx der einzige^Flufs der Unterwelt. Ebenso ists bei Ilesiod.ln der Odyssee dagegen (10, 513) an der Stelle,wo Odysseus in dem westlichen Vorhof desHades die Seele des Teiresias citiert, wird alsFlufs der Unterwelt genannt Acheron, in wel-chen der Pyriphlegethon und Kokytos, ein Aus- (flufs der Styx, sich ergiefsen. In Epirus imLande der Thesproten war ein Flufs Acheron,der in seinem Oberlauf durch ein wildes Ge-birgsland, zwischen kahlen jähen Felsen inengen Schluchten wild dahinstürzend, hier und

* Aclieloos, auf Münzen von Akarnanien bärtig undbartlos, aber nie geflügelt: Imhoof-Blumer in der WienerNumisrn. Zft. X (1878) p. 26 u. 161 Anm. 135. [Schreiber.]

da sich in tiefe Abgründe versenkt, um erstnach längerer Strecke wieder zum Vorscheinzu kommen, aber nicht weit von seinem Aus-flufs ins Meer im Gebiet der alten Stadt Ephyra(später Kichyros) einen tiefen sumpfähnlichenSee mit ungesunder Ausdünstung, λίμνηΑχε-ρονΰία, Άχερονσιάς,Αχερονοίς, bildet. BursianGeogr. v. Gr. 1, 27 u. in Pauly 11. Enc . 2 s. v.Das Unheimliche und Schauerliche dieser Ört-lichkeit erweckte den Glauben, dafs hier einZusammenhang mit der Unterwelt, der Be-hausung der Toten sei, und seit uralter Zeitbestand an dem grauenhaften Gewässer ein be-rühmtes Totenorakel, von dem man seit alterZeit vermutete, dafs es dem' Homer bei seinenSchilderungen der Totenbeschwörung im 10.Buche der Odyssee vor Augen geschwebt habe,Ilerodot. 5, 92, 7. Paus.,!, 17, 5. 9, 30, 2.Die Beschaffenheit dieser Örtlichkeit gab auchVeranlassung, dafs man den Acheron, der alsFlufs desAch und Wehs (αχός) angesehenward, mit dem acherusischen See und mit seinemNebenfiufs Kokytos, dem Flusse desWeinensund Klagens (κωκύειν), in die Unterwelt selbstverlegte. Das WortΑχέρων, obgleich ursprüng-lich wohl, wie auch Αχελώος, von άχ = aquastammend, wurde von den Alten gewöhnlichvon αχός abgeleitet, 6 αχη ρέων. Fragmentedes Melanippides und Likymnios bei Stob.Ecl. Phys. 1 , 52 (Apollod. fr. 10 in Mueller hist,gr. I). Schol. Od. 10, 514. Eustath. Hom. 1667,38. Tzets. L. 705. (Eine andre Ableitung undErklärung giebt zu Od. 10, 513 Autenrieth imhom. Wörterb. s. v.: α-χέρων, cuncta abripiens,der Abgrund, nicht der Flufs der Unterwelt). Erst in nachhomerischer Zeit tritt Acheronund der ihn aufnehmende acherusische See alsein Hauptgewässer der Unterwelt hervor, undzwar als eine Grenze und Umschliefsung der-selben , über welche die Seelen übersetzenmüssen, um ins Totenreich zu gelangen, Eurip.Alk. 440. Lucian. de luctu §. 3. Verg. Aen. 6,295. Eine eigentümliche Vorstellung von denFlüssen der Unterwelt hat Plat. Phaed. p. 112 f.Acheron galt so sehr als das Hauptgewässerder Unterwelt, dafs das Wort bei Griechen undRömern häufig für die Tiefen der Unterweltüberhaupt, für Tod und alles Verpestete ge-braucht wurde, Soph. Ant. 805. Eurip. (fr. 860Nauck) b. Beklcer Anecd. p. 343. Theokr. 15,103. Ennius p. 102. 124 Vahlen. Plaut. Irin.2, 4, 124. Verg. Aen. 7, 312. Ov. Met. 11, 504.Oie. de sen. 10. Gern. Nep. Dion. 10. In Ita-lien war er so sehr zum Symbol für alleAhnungen und Schrecken der Unterwelt ge-worden, dafs die Etrusker sogar einen Abschnittder Bücher des Tages, der sich auf die See-len der Verstorbenen bezog, acheruntische Bü-cher nannten, Arnob. 2, 62. Serv. Verg. Aen. 8,398. Müller Etrusk. 2, 27. Bergkdie Ge-burt der Athena (in Jahns Jahrb. 81, S. 399 ff.)führt den Gedanken aus , dafs der Acheron,wie Acheloos und Okeanos , ursprünglich denhimmlischen Luftstrom bedeutet habe, durchden die Seelen der Verstorbenen zumOrt ihrerBestimmung wanderten, der aber dann späterals Totenstrom unter die Erde verlegt wordensei. Acheron wurde auch personifieiert; er