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Achilleus b. Homer
sieht, befiehlt er dem Patroklos, sich bei Nestor nach dem von ihm nicht erkannten Verwun-deten zu erkundigen. Dieser folgt der Weisung,und durch die Erzählung des Nestor von demElend der Achäer auf das tiefste erschüttertbittet er zurückgekehrt Achill mit ergreifen-den Worten, ihm zu gestatten, in des Achill Rüstung die Myrmidonen zum Kampfe zu füh-ren. Inzwischen ist das Sehiffslager schon ge-fährdet: Hektor hat die Achäer in die Schiftezurückgeworfen, und nur Aias der Telamonierhält noch Stand und wehrt den Brand von denSchiffen ab. Da gestattet Achill dem Freundedie Teilnahme am Kampfe in seiner Rüstung,befiehlt ihm aber sich mit der Vertreibung derTrojaner aus dem Schiffslager zu begnügenund von weiterer Verfolgung^ abzustehen — 16,101. Als nun aber nach Überwältigung desAias sogar die lichte Lohe aus den Schiffenhervorschlägt, befiehlt er Patroklos sich schnellzu wappnen, läfst die Myrmidonen sich rüsten,ordnet ihre Reihe und feuert sie persönlichzur Tapferkeit an. Dann aber bringt er inseinem Hause dem Zeus zu Dodona ein Opferdar, seinen Mannen Sieg und seinem Freundeglückliche Heimkehr erflehend — 16, 230.
Die Myrmidonen retten unter Patroklos ’Führung das Lager, dieser aber fällt, der Wei-sung des Achill uneingedenk, in weitere Kämpfesich einlassend von Euphorbos’ und Hektors Hand, der ihn der Rüstung beraubt. Währendder Kampf um den Leichnam tobt, bringt An-tilochos dem Achill die Kunde vom Tode desPatroklos 18, 18; vgl. Overbeck a. a. 0. p. 428 f.unsäglicher Schmerz bemächtigt sich des Hel-den. Die lauten Ausbrüche seines Schmerzeshören nicht nur die herbeieilenden Sklavinnen,sondern auch Thetis , welche sofort erscheintund ihm, als sie den Verlust des Freundesund der Rüstung vernommen, verspricht, biszum folgenden Morgen neue Waffen, von He-phaistos verfertigt, zu schaffen. Denn obgleichihn die Mutter an den nahen Tod erinnert, istRache für den Freund, Rache an Hektor seineinziger Gedanke. Thetis eilt fort: da erscheintIris, von Hera heimlich entsandt mit der Er-mahnung , den Leichnam des Patroklos zuschützen; als er wegen mangelnder Rüstungin Verlegenheit ist, heifst sie ihn unbewaffnetin den Kampf gehen: sein blofser Anblickwerde die Feinde fliehen machen. So schreiteter unbewaffnet, doch von Athene mit feurigemGlanze umstrahlt, das Haupt in Gewölk gehüllt,zum Graben vor, mit furchtbarer Stimme drei-mal die Trojaner anrufend. Entsetzt fliehen dieFeinde, Patroklos ’ Leichnam wird gerettet undins Lager zurückgebracht. Die ganze Nachthindurch dauert die Totenklage, von neuemverspricht Achill dem Freunde furchtbare Rachean Hektor und ganz Troja — 18, 340. Achil-les’ Klage um Patroklos dargestellt auf derTabula Iliaca. Overbeck a. a. 0. p. 432. Früham Morgen überbringt 19, 6 Thetis dem Sohnedie neue Rüstung, insbesondere einen höchstkunstreich gearbeiteten Schild (18, 369—615)Overbeck a. a. 0. p. 442 ff.; schon der Anblickder Waffen verbreitet unter den MyrmidonenFurcht und- Schrecken, bei Achill aber sowohl
Freude, als neue zornige Rachgier. Nachdemer Thetis noch gebeten, den Leichnam des Pa-troklos vor Verwesung zu wahren, eilt er insSchiffslager, beruft eine Versammlung derAchäer, welche von allen, selbst von den Ver-wundeten besucht wird, und fordert den Aga-memnon auf, des alten Grolls zu vergessenund Friede mit ihm zu machen, dann aber so-gleich den Kampf wieder aufzunehmen. Aga-memnon geht freudig darauf ein, bittet umVerzeihung und bietet unendliche Sühne 19,138. Davon will aber Achill in edlem Eifernichts wissen, sondern drängt zum Kampfe.Auf die Gegenrede des bedächtigen Odysseus,welcher sofortige Annahme der Bufse anrät unddas Heer vor dem Kampfe durch Speise undTrank gestärkt wissen will, erwidert er, erfür seine Person bedürfe dessen nicht: nichteher würde er Speise und Trank berühren, alsbis er den Genossen gerächt. Allein Odysseus ’Vorschlag findet Beifall, Briseis wird herbei-gefiihrt, und die Sühngeschenke herzugebracht.Overbeck a. a. 0. p. 447 f. Nunmehr befiehltAchill, die Schuld der Verblendung des Aga-memnon auf Zeus zurückführend, den Achäern,die Mahlzeit einzunehmen und dann sich zurSchlacht zu rüsten 19, 275. Briseis und dieSühngeschenke werden in Achills Schiffshausgebracht, welchen die Anführer der Achäervergeblich anflehen, Speise und Trank zu ge-niefsen. Nach Entfernung der meisten bleibenAgamemnon, Menelaos, Odysseus, Nestor, Ido-meneus und Phoinix bei dem Trauernden zurück,um ihm die schlaflose Nacht durch Gesprächezu kürzen; er aber ergeht sich in rührendenKlagen um den Heimgegangenen, der ihm mehrgewesen, als der eigne Vater, als der eigneSohn, dem einst nach seinem, des Achilles’,nicht mehr fernen Tode der Gestorbene hätteVater sein sollen. Zeus aber sendet Athene ,die ihm zur Stärkung für den bevorstehendenKampf Nektar und Ambrosia einflöfst — 19,352. Am Morgen erscheint er in der neuenRüstung auf dem Kampfwagen, welchen Auto-medon führt, unter den kampfbereiten Achäern;mit grauenvollem Rufe feuert er sein GespannXanthos und Balios an, nicht möchten sie ihn,wie den vorigen Führer Patroklos , tot im Ge-filde zurück lassen. Da antwortet Xanthos,dem für diesen Augenblick Sprache und Gabeder Weissagung von Hera verliehen, diesmalwürden sie ihn lobend aus dem Kampfe zu-rückbringen, allein der Tag des Tode sei nahe.Trotzdem eilt Achill zum Kampfe — 19, 420,bemüht unter den durch sein Erscheinen er-schreckten und zur Flucht gewendeten Troernauf den Hektor zu stofsen. Da feuert Apollon den Aineias zum Streite gegen ihn an. Mit höh-nenden Worten empfängt ihn Achill; Aineias ’Lanze prallt machtlos am Schild des Pelidenab, dessen Speer hingegen des Aineias Schilddurchbohrt und zerschmettert. Dieser hebtgegen den mit dem Schwerte auf ihn anstür-menden Achill einen gewaltigen Feldstein auf:da wendet mit Beistimmung der Götter Po-seidon von beiden die Gefahr ab, indem erAchills Lanze aus dem Schilde des Aineias ziehtund jenem vor die Füfse legt und ihn mit