erkennend. Da ziejrt er das Schwert und dringtauf Achill ein; der aber stöfst ihm den Speerzwischen Achsel und Hals, so dafs er am Ge-nick wieder herausdringt und Hektor zu Bodenstürzt. 'Nochmals fleht Hektor mit dem Toderingend den Gegner an, seinen Leichnam zuschonen und ihn unversehrt nach Troja zuschicken, aber Achill bleibt unbewegt, und sostirbt Hektor , den Peliden an sein nahes Endemahnend: am skäischen Thore werde er durchParis ’ und Apollos Hände fallen — 22, 360.Overbeck a. a. 0. p. 448 ff. Nun entkleidet Achill den Gefallenen seiner Waffen, und nachdem erdie ihn umstehenden und des Hektor herr-lichen Körper bewundernden Achäer nochmalsan die dem Patroklos schuldige Rache erinnerthat, durchbohrt er ihm die Sehnen zwischenKnöchel und Ferse, zieht Riemen hindurch undbindet diese am Wagensessel fest. Dann be-steigt er den Wagen und schleift den Leich-nam nach den Schiffen. Overbeck a. a. 0. p. 453 ff.Nun zerstreuen sich die andern Achäer; denMyrmidonen aber befiehlt Achill zusammenzu-bleiben, um nochmals die Totenklage um Pa-troklos anzustimmen und den Totenschmaus zuhalten. Ihn selbst aber wollen die Fürsten zum Zelte des Agamemnon führen, damit ersich daselbst bade — 23, 40. Er aber weigertsich dessen und schwört es nicht eher zu thun,bevor er den Patroklos bestattet, ihm ein Grab-mal errichtet und sich das Haupthaar gescho-ren habe. Nachdem er den König gebeten,den Holzstofs errichten zu lassen, nimmt erteil an dem gemeinsamen Nachtmahle undruht dann die Nacht hindurch am Gestade desMeeres. Da erscheint ihm im Traume Patro-klos , ihn zu schleuniger Bestattung seinesLeichnams ermahnend 23, 90. Achill gelobtes. In der Frühe fällen die Mannen desAgamemnon Stämme auf dem Ida und schlei-fen sie vom Berge herunter an das Ufer desMeeres; die Myrmidonen kommen lieraugezogen,und in ihrer Mitte tragen auserlesene Freundeden toten Patroklos zur Bestattungsstätte,Achill hält ihm das Haupt. Am Ziele ange-langt schneidet er sich das Haar ab und legtes dem Freunde in die Hände, dann heifst erdie Achäer sich zum Mahle begeben, wäh-rend die Myrmidonen das Totengerüst bauenund viele Opfertiere schlachten. Darauf legtAchill den Toten, umhüllt ihn mit Fett, legtdie geschlachteten Opfertiere um ihn her, stelltKrüge voll 01 und Wein dazu und wirft end-lich 4 Rosse, 2 Hunde und die Leichen der 12von ihm im Skamander gefangenen und nunmehrerwürgten jungen Trojaner auf den Scheiter-haufen. Dann entzündet er ihn. Da er aberdurchaus nicht hell brennen will, ruft er denBoreas und Zephyros zu Hilfe. Iris überbringtden Winden die Bitte; sie stürzen sich tosendauf das Gerüst, so dafs die Glut mächtig em-porknattert. Achilles aber bringt die ganzeNacht hindurch dem Toten Weinspenden, un-ter Wehklagen den Scheiterhaufen umgehend.Erst gegen Morgen, als derselbe unter demHauche der Winde zu Asche geworden, nahtsich ihm der Schlummer 23, 232. Zur Toten-feier des Patroklos vgl. Overbeck a. a. 0. p.
484 ff. Bald aber wird er wieder von denFürsten der Achäer geweckt; nun wird aufseinen Befehl die Glut mit Wein gelöscht, dieGebeine des Patroklos werden gesammelt undin Fettstücke eingehüllt in eine goldene Urnegelegt; über dem zusammengesunkenen Schei-terhaufen wird das Grabmal aufgeschüttet.Dann läfst er das Volk in weitem Kreise sichniedersetzen, die Kampfpreise herbeibringenund die Leichenspiele beginnen. Das Wagen-rennen, an dem sich 5 Achäer beteiligen, machtden Anfang. Achill stellt das Zeichen undbestellt den Phoinix als Kampfrichter. Wäh-rend des Rennens schlichtet er einen zwischenIdomeneus und dem lokrischen Aias entstan-denen Streit. Diomedes gewinnt den erstenPreis, nochmals mufs aber Achill einen Streit,der zwischen den Siegern ausgebrochen, schlich-ten. Den fünften übrig gebliebenen Preis giebter dem Nestor als Andenken an Patroklos .Dann folgen Faustkampf, Ringen, Wettlauf,Speerkampf, Diskuswurf, Bogenschiefsen undSpeerwerfen. Auf den letzten Kampf verzich-tet Achill und giebt dem Agamemnon denEhrenpreis 23,897. Nach schlafloser, in Trauerum den Freund verbrachter Nacht schleiftAchill Hektors Leib dreimal um das Grabmal.Dies wiederholt er jeden kommenden Morgen24, 416 f. Am 12. Tage aber gebeut Zeus derThetis, dem Sohne zu verkünden, die Göttergrollten ihm heftig, dafs er den Hektor unge-löst bei den Schiffen zurückhalte; er selberwerde Iris zum Priamos senden, damit er denAchill angehe, ihm den Sohn zu lösen 24, 119.Achill fügt sich dem Willen der Götter; deseigenen greisen Vaters und seines baldigenEndes gedenkend nimmt er den mit reichemLösegelde ankommenden Priamos erbarmungs-reich auf, ergeht sich in Klagen über ihr bei-derseitiges trauriges Schicksal, sucht aber zu-letzt den Greis zu trösten. Als dieser jedochin dringender Weise um Auslösung des Soh-nes bittet, gerät er in Zorn und warnt denGreis, ihn nicht zu reizen. Nur der Befehlder Götter sei für ihn mafsgebend. Daraufläfst er die Lösegeschenke vom Wagen neh-men, die Leiche Hektors waschen, salben, klei-den, auf den Wagen legen und iibergiebt siedem Greise, entläfst ihn aber erst am folgen-den Morgen, Nachdem er ihm ein Abendmahlzugerüstet und eine Ruhestätte für die Nachtin seinem Hause bereitet, sowie sich mit ihmüber einen Waffenstillstand von 12 Tagen be-treffs der Bestattungsfeierlichkeiten für Hek-tor geeinigt hat, ruht er selbst im Innerndes Hauses bei der Briseis. Am frühen Mor-gen führt Hermes den Priamos samt der Leichedes Sohnes unbemerkt durch das Achäerlagernach Ilios 24, 690. Hektors Lösung bei Over-beck a. a. 0. p. 464 ff.
Soweit die Erzählung der Ilias . Die Odys-see aber berichtet über die weiteren Schick-sale des Helden Folgendes: Odysseus begegnet11,467 in der Unterwelt der jammernden Seeledes Peliden, welcher ihn um Neoptolemos undPeleus befragt. Hocherfreut über die ihm ver-kündete Tüchtigkeit des Sohnes wandelt seineSchattengestalt mächtigen Schrittes die Aspho-
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