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den Zeus aufzusuchen, um ihre Klagen vorzu-bringen, und bleibt die Nacht bei dem Sohne,während die Musen sie zu trösten suchen. BeiTagesanbruch beginnt wiederum die Klagedes Heeres, in welche Nereus mit einstimmt,dann folgt Errichtung und Ausschmückung desScheiterhaufens, feierliche Umgehung desselbendurch das ganze Heer im vollen Waffensclimuckeund Verbrennung desselben. Zeus schützt durchAmbrosiaregen den Leichnam und läfst durchAiolos die Winde das Feuer anfachen, welchesunter dem Gestöhne des Heeres Tag und Nachtbrannte. Dann löschen die Myrmidonen dieGlut mit Wein, die Gebeine des Helden abersammeln sie in einer silbernen, mit Gold ge-schmückten Truhe. Beigesetzt aber werden siein der auch in der Odyssee erwähnten Urne(vgl. auch Stesichoros b. Sehol. II. 23, 92); dar-über wird am Hellespont das Grabmal gehäuft— 742. Selbst die unsterblichen Rosse be-weinen den Helden (vgl. J. Grimm D. Myth. 1p. 364f.); im Begriff aber, in die Heimat zu-rückzukehren, werden sie von den Göttern an-gewiesen, auf den Neoptolemos zu warten, zudessen Dienste sie bestimmt seien. Den Gangder Thetis zum Scheiterhaufen des Sohnes istauch erwähnt im Thetishymnus der Thessalerbei Philostr. Her. 742. Achilles’ Totenklagedargestellt auf der Tabula Iliaea: Overbecka. a. 0. p. 555.
Proklos Aithiopis. 'Den Leichnam aber ent-reifst sie dem Scheiterhaufen und bringt ihn nachder Insel Leuke’. Diese Überführung schildertedas Werk des Skopas im Circus Flaminins inRom , vgl. Urlichs, Skopas ’ Leben u. Werkep. 126 ff. Stark Philolog. 21 p. 445. OverbeckG. d. gr. PI} 2, 16 f. Während Achilles inder Odyssee 11, 467 in der Unterwelt weilt,wie auch Polygnot in der Lesche zu Delphiauf dem die Nekyia darstellenden Bilde ihnin der Unterwelt im Kreise seiner Freundemalte (Paus. 10, 30, 3), versetzt die nach-homerische Sage ihn entweder in die ely-sischen Gefilde (so besonders die älterenDichter) oder auf die nach der gewöhnlichenAnschauung vor den Mündungen der Donau im Schwarzen Meere gelegene Insel Leuke, woer ein im Laufe der Jahrhunderte mit den man-nigfaltigsten Zügen ausgeschmiicktes Nach-leben führt, das man mit Fug und Recht einenNachhall seines ersten Erdenlebens nennenkönnte. Die elysischen Gefilde der älterenDichter Hesiod, Ibykos und Simonides wurdenspäter identifiziert mit den Inseln der Seligen;aber schon Pindar kennt die feste Lokalisie-rung der Sage von der Bestattung desselbenauf der Insel Leuke. Diese wurde dann fastdurchweg für seinen Aufenthaltsort nach demTode gehalten. Die Sage von dem Verweilendes Helden im Tartarus verschwindet allmäh-lich fast ganz; Lucian. Hial. Mort. 15 p. 399ff.macht von der Sage Gebrauch, da er sie gutbenutzen kann, während er ihn anderwärts imPontos Euxeinos oder in den elysischen Ge-filden hausen läfst. Eine ausführliche Dar-stellung dieser Sagen giebt H. Koeliter, Memoiresur les iles et la course consacrees ä Aehilledans le Pont-Enxin. Mcmoires de Tacademie
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imperiale des Sciences de St. Pitersbourg. Tome10. 1826. p. 531 ff.
Auf den Inseln der Seligen wohnt Achilles nach Hesiod Op. et Lies 159 ff; es .wird hierallerdings nicht sein Name genannt, aber dochgesagt, dafs Zeus Helden sowohl des theba-nischen als des -troischen Krieges ein zweitesglückseliges Leben auf· den Inseln der Seligenam äufsersten Ende der Erde am Okeanos be-reitet habe; nach Pind. Ol. 2, 70 ff wohnt erauf Bitten der Mutter daselbst mit Kronos,Rhadamanthys, Kadmös und Pelöus als Toten-richter, ebenso nach Kallistratos (Athen . Leipnos.15, c. 50. p. 541) mit dem Tydiden zusammen(vgl. Plat.Sympos. 179-Eu. 180R). Der Schöpferder Sage hingegen, dafs Achilles in dem elysi-schen Gefilde wohne, war nach Sehol. Apoll.Argon. 4, 814 Ibykos , welchem Simonides folgt.So noch Apoll. Arg. 4, 811 und Quint. Smyrn.14, 224. Dafs das elysische Gefilde und dieInseln der Seligen ein und derselbe Ort seien,spricht direkt aus Lucian Ver. Hist. 2, 109u. 112, welcher ihn ibid. p. 116 neben demTheseus daselbst besondere Verehrung ge-niefsen und p. 119 als Kampfrichter mit die-sem zusammen in den Thanatusien auftretenläfst. Die Identität der Insel der Seligen abersowohl mit der Insel im Schwarzen Meere, alsauch mit der Insel Leuke hebt Plin. N. H.4, c. 13. p. 220 ausdrücklich hervor.
Andererseits aber singt schon Pind. Nem.4, 49 davon, dafs Achilles im Pontus Euxinus eine glänzende Insel bewohne (εχει) εν 8’ Εν-τείνω πελάγει φαενναν ’Αχιλενς — vccoov, wozuder Scholiast bemerkt, es sei dies die InselLeuke im Pontos, nach welcher der Sage nachThetis den Leichnam ihres Sohnes gebrachthabe. Dafs Achilles auf Leuke begraben liege,berichtet aufserdem Plin. 4, 12, 16, welchervon seinem Grabmal redet (ebenso Martian.Capelia 6, 663), während ihn Pomp. Mela desit. orb. 2, 7 auf der Borysthenesinsel begrabensein läfst. Bei Lesches steht von einer Be-stattung des Achilles auf Leuke, wie KayserNot. in Her. 327 behauptet, nichts. Ganz ver-einzelt steht der Mythos da, welchen der Thetis-hymnus der Thessaler enthielt (Philostr. Her.742), wonach der sterbliche Teil des Heldenin Troja begraben lag, während den unsterb-lichen Teil Πόντος εχει, was natürlich nichtsanderes bedeuten kann, als seinen Aufenthaltauf Leuke. Die Sage von dem Aufenthaltedes Achill auf jener Insel war jedenfalls einesehr alte und an den Küsten des Pontos schonheimisch, bevor die milesischen Küstenfahrersich daselbst ansiedelten; sie brachten dieselbein ihre Heimat, wo sie den Liedern vom TodeAchills einverleibt wurde (vgl. Kühler a. a. 0.p. 533). Der erste griechische Dichter, welchersowohl die Insel Leuke mit diesem Namenbenennt, als sie im Pontos liegen läfst, ist(verhältnismäisig spät) Euripides Andrem. 1260und Iphig. T. 435 ff. Nach Philostr. Her.746 liefs Poseidon auf Bitten der Thetis fürAchilles und Helena die Insel aus dem Meereaufsteigen, eine Sage, welche Quint. Smyrn. 3,766 ff. folgendermafsen umgestaltete. 'Um denKlagen der Thetis über den Tod des Sohnes
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