Band 
Erster Band, erste Abteilung. Aba - Evan.
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Almos

Aloadai

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schaft Almopia in Makedonien benannt war,Steph. B . v.Aljiwnicc. Preller Myth. 2, 315,1. Gerhard Myth. 2 §. 688, 3. Deimling Le-leger 132. JStoll.]

Almos ("AXyog), ein Sohn des Sisyphos. Erkam zu Eteokles in Orchomenos , der ihm inseinem Gebiet einen Wohnort gab, welchernach ihm Almones genannt wurde, Paus. 9, 24,5. Später hiefs der Ort Olmones; deshalbnennt Steph. Byg. v.'Ol[icovsg den Sohn desSisyphos Olmos, vgl. Schol. II. 2, 511. SeineTochter Chrysogone erzeugte mit Poseidon denMinyas, der Orchomenos gründete, Schol. Ap.Uh. 3, 1094. Müller Orch. 134.'Icker, Iapet.Geschl. 196. Preller Myth. 2, 315, 1. [Stoll.]

Aloadai od. Aloeidai (AloodScu,AXcosiSca),Otos und Ephialtes, sind die Söhne des Aloeus(II.) oder Poseidon . Alle Jahre wuchsen sieeine Elle in die Breite und eine Klafter in dieLänge (nach Serv. u. Hyg. neun digiti jedenMonat), so dafs sie im neunten Jahre neunEllen in die Breite und neun Klaftern in dieLänge mafsen. Sie fesselten den Ares undhielten ihn dreizehn Monate lang in einemehernen Passe oder Gefängnis (nsgayog) gefan-gen. Ares wäre zu Grunde gegangen, wennnicht Eeriboia, die Stiefmutter der Aloadenes dem Hermes verraten hätte, der den Aresaus seinem Gefängnisse rettete (II.). Auchwollten sie den Ossa auf den Olymp und denPelion auf den Ossa türmen, um in den Him-mel zu steigen. Aber da sie noch nicht zurKeife der Jugend gelangt waren, vermochtensie ihr Werk nicht zu vollenden, sondern wur-den von Apollo getötet (Od.). Ilom. II. 5,385 ff.; Od. 11, 305ff.; Apollod. 1, 7, 4; Hyg.f. 28. Serv. z. Verg. Aen. 6, 582. Ihre MutterIphimedeia ist entweder Tochter des Triops(Apoll.) oder des Poseidon (Hyg.). Sie gebiertdie Aloaden dem Aloeus (II.) oder als Gattindes Aloeus dem Poseidon (Od. Hes. bei Schol.Apoll. Sh. 1, 481. Apoll, a. a. 0.). NachMpol-lod. ging Iphimedeia aus Liebe zu Poseidon beständig ans Meer und schöpfte sich mit denHänden Wasser in den Busen, bis Poseidon mit ihr die Aloaden zeugte. Bei Ov. Met. 6,116 überrascht sie Poseidon in Gestalt desPlufsgottes Enipeus. Bei Eratosthenes in Schol.Apollod. 1 , 482 heifsen sie Erdgeborene undwerden von der Frau des Aloeus nur aufge- ;zogen. Ihre Stiefmutter Eeriboia oder Eriboiaheifst Tochter des Eurymachos (Schol. II.).Der Frevel gegen die Götter wird auch ab-weichend motiviert. Bei Apollod. wollen siedas Meer zum Pestlande, und das Land zumMeere machen; bei Verg. cul. 233 die Welteinreifsen; oder Ephialtes strebte nach demBesitze der Hera, Otos nach dem der Artemis (Apoll. Schol. II.). Den Ares fesseln sie ansZorn, weil er den Adonis auf der Jagd getö- itet, aber Hermes entführt ihn nach Naxos (Schol. II.). Auch ihre Bestrafung variiert. Zeus schleuderte den Blitz bei Liban. narr. 34 p. 1110 ,oder Artemis tötete sie, indem sie in Gestalteiner Hirschkuh mitten zwischen ihnen hin-durchsprang nach Pind. Pyth. 4, 88(156) mitSchol.; Frgm. 137. Apoll, a. a. 0.; oder Arte-nus sandte eine Hindin zwischen ihnen durch

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(Schol. II. Eustath. z. Ilom. 1087, 36); oderApollo schickte , als sie der Artemis Gewaltanthun wollten, die Hindin (Hyg.). Beidewarfen mit ihren Speeren nach ihr, trafen aberstatt der Hindin sich selbst. In der Unter-welt sind sie zur Strafe mit Schlangen aneine Säule gebunden und werden durch dasGeschrei einer Eule (corog) gequält (Hyg) DieSage gehört dem thrakischen Volksstamme an1 und erscheint daher meist in Gegenden, dieauch sonst als thrakische Siedelungen bekanntsind. In Thessalien soll ihr Vater Alos (lies.b. Schol. Apoll. B.h.) oder sie selbst Aloion ge-gründet haben (Steph. Byz. s. v.AXaCov). Sie er-bauten die Stadt Askra am Helikon und grün-deten den Dienst der Musen Melete, Mnemcund Aoide (Paus. 9, 29, 1. 2). In Anthedonzeigte man ihre Gräber (Paus. 9, 22 ; 5). NachNaxos (Strongyle genannt) werden ihre Mutter) Iphimedeia und ihre Schwester Pankratis (Pan-krato b. Parth. Erot. 19), die als Ammen desDionysos in Thessalien bezeichnet werden,geraubt. Dorthin kommen sie selbst, vonAloeus abgeschickt, um jene zu suchen. Siebemächtigen sich der Herrschaft der nun Diabenannten Insel und fällen schliefslieh imKampf gegen einander. Dort wurden sie auchspäter als Heroen verehrt (Diod. 5, 51. 52); da-her auf einer Inschrift auf Naxos ein Temenos t des Otos und Ephialtes erwähnt wird (C. I.Gr. 2, No. 2420). In Kreta befand sich eben-falls ein Grab des Otos (Plin. 7, 73. Sqll. b.Serv. Aen. 3, 578). Dort soll nach Steph. Byg.s. v. BCsvvog die Fesselung des Ares stattge-funden haben. In Mylasa in Karien wurdeIphimedeia verehrt (Paus. 10,28, 4). Vgl. Kal-lim. hymn. in Dian. 264. Qu. Smyrn. 1, 516.Nonn. Dion. 1 , 277. Stat. Theb. 10, 848. Platoconv. 190B. Arist. de mundo 1. Luc. Ikarom.i 23. rhet. praec. 13. contempl. 3 mit Schol.Agath. mare Erythr. 7 D. Ghrysost. or. 29p. 297. Die moderne Deutung siehtin ihnenentweder Repräsentanten von Erdrevolutionen(Creuzer, Symb. 2 2 , 386; zugleich'Tennenmän-ner), oder hichtgotth.eiten(Scluvenck,Andeutun-gen p. 222), oder gewaltige dem Olymp, denGöttern und ihrer Weltordnung feindlicheMächte (Wehrmann in Jahns Archiv 18, p. 5 ff.),oder die mythischen Heerführer der thrakischenKolonieen, Kanalgräber und Austrockner derSümpfe (0. Müller, Orchom. p. 387). Die mei-sten Erklärer jedoch deuten sie als Personifi-kationen des Ackerbaues, indem sie Aloeusund die Aloaden von dlmr\ (die Tenne oderdas Saatland) ableiten und Otos und Ephial-tes auf das Stofsen und Stampfen des Getrei-des oder Keltern der Trauben beziehen (vonräffsco undrCfdV/.ogcu). Somit sind es Wachs-tumsgeister, wie sie von Mannhardt in denantiken Wald- und Feldkulten so vielfach aufgriechischem Boden nachgewiesen sind, diesich teilweise zu ausgebildeten mythischen Fi-guren entwickelten, teilweise (wie der DämonEtpidhyg, s. d.), entsprechend den deutschenAlpen, zu Hausgeistern wurden. Vgl. noch:Welcher, Anh. zu Schwencks And. p. 313. Kl.Sehr. 2, 102; Eberz in Zeitschr. f. d. Alter-tumswissenschaft 1846 No. 99. Nttssch Erl. z.