257 Alplieios
Phegeus heilst Sohn des Alpheios, Hygin, f.244. 245. Wie die Flüsse allgemein, hatte Al-pheios in seinem Lande Verehrung und Opfer,besonders "bei den Eleern, Paus. 5, 10, 7. Leu-kippos in Arkadien weihte ihm sein Haupt-haar, Paus. 8, 20, 1. Nestor opferte dem Al-pheios an seiner „heiligen Strömung“ einenStier, und einen Stier dem Poseidon, ein Kindder Athene, II. 11, 725ff. In Olympia, dasam Ufer des Alpheios lag, opferte ihm Hera - lkies, als er nach seinem Sieg über Augeias das .Fest einsetzte, unter 12 Göttern, Find. Ol. 11, j48. Er errichtete dort 6 Doppelaltäre, sodafs'je zwei Götter einen Altar gemeinschaftlichhatten; davon war einer dem Alpheios undder Artemis geweiht. Find. Ol. 5, 5(10) undSchol. Paus. 5, 14, 5. In der Nähe desselbenwar noch ein andrer Altar des Alpheios, Paus.a. a. 0. Mit dem „nährenden“ Flusse Alpheios wurde die arkadisch-eleische Artemis , einesGöttin der nährenden Feuchte, der Seen, Quel-len und Flüsse, in Elis unter dem Namen ’Al-cpeiaiu (Paus. 6, 22, 5. Schol. Find. Nem. 1,3. Pyth. 2, (7) 11), ’Alcpsuavia und ’Alcpslovßa(Strab. 8 p. 343; vgl. Meineke, Vindiciae Stra-bonianae p. 105) und als noxagia (Find. Pyth.2, 7) in Verbindung gebracht. Zu Letrinoi amAusflufs des Alpheios ins Meer hatte ArtemisÄlpheiaia einen Tempel, und die Einwohnererzählten als Veranlassung zu dem Bau des ;Tempels, der von Liebe zu Artemis entbrannteAlpheios habe, da er durch Überredung und'Bitten nichts bei ihr erreicht habe, beschlossen,Gewalt gegen sie zu gebrauchen; Artemis aberhabe zu Letrinoi sich und ihren Nymphen, mitdenen sie hier ein nächtliches Fest feierte,das Antlitz mit Schlamm bestrichen, so dafsAlpheios sie nicht erkennen konnte und sichentfernte. Paus. 6, 22, 5. Curtius Peloponn.2. S. 73. Nach anderer Sage verfolgte Al- >pheios die Artemis bis auf die im Hafen vonSyrakus gelegene Insel Ortygia, wo sie auchals Älpheiaia einen Tempel hatte. Schol. Find.Pyth. 2, 12. Nem. 1, 3. Artemis vor Alpheios flüchtend, Telesiüa fr. 1 Bergk. An die Stelleder nach alter Landessage von dem Flufsgottgeliebten Artemis Älpheiaia trat in jüngererSage die Quellnymphe Arethusa. Die Nymphe,zu dem Kreise der Artemis gehörig, war eineJägerin; Alpheios , ebenfalls Jäger, liebte und iverfolgte sie,und als sie,umseinenBewerbungenzu entgehen, auf die Insel Ortygia floh und dorteine Quelle ward, wurde Alpheios durch diesehnsüchtige Liebe in einen Flufs verwandelt,der, unter dem Meere fortfliefsend, mit derQuelle sich vereinigte. Paus. 5, 7, 2. Oder:die Nymphe Arethusa badet einst in demFlufs Alpheios ; der Flufsgott erhebt sich undverfolgt die Nackende. Artemis umhüllt sie.mit einer Wolke, verwandelt sie in eine Quelle <und läfst diese wieder auf Ortygia zu Tagekommen, vereint mit dem Wasser des Alpheios,der seine menschliche Gestalt abgelegt hatte.Ovid . Met. 5, 752ff. Vgl. Serv. Verg. Fel. 10,
1· Verg. Aen. 3, 694. Lukian . Dial. marit. 3.Stat. Silv. 1,2, 203. Thcb. 1, 271. 4, 239.Ibyk. b. Schol. Theokr. Id. 1, 115. Find. Nein.
1, in. u. Schol. Mosch. Id. 7. Bursian Oeogr.
Koscher, Lexikon der gr. u. rüm. Mytliol.
Alpheios 258
v. Gi iechenl. 2. S. 288. Eine Quelle Arethusa war in Elis am unteren Alpheios sowie aufOrtygia bei Syrakus , s. E. Curtius in Finderu. Friedländers Beiträgen zur älteren Münz-kunde 1, S. 234 ff. Paulys Ileal-Eneyel. 1, 2.S. 1507. An der Gründung von Syrakus (Ol. 5)durch die Korinthier hatten sich auch Leuteaus der Gegend von Olympia beteiligt, nament-lich Mitglieder des Iamidengeschlechtes, daszu Olympia am Altar des Zeus, welchem vorallen Flüssen Alpheios lieb war (Paus. 5, 13,5), das Weissageramt verwaltete. Diese Aus-wanderer von Olympia brachten den Kultusund die Sage von ihrer Artemis Älpheiaia mitnach der Insel Ortygia, auf welche die ur-sprüngliche Niederlassung sich beschränkte,und da auf der Insel kein Flufs war, ArtemisÄlpheiaia oder noxugia aber des geliebten Flus-ses Alpheios nicht entbehren konnte, so bil-dete sich der Glaube, die ihrem Tempel be-nachbarte Quelle Arethusa enthalte heiligesAlpheioswasser (Ibylc. bei Schol. Theokr. Id. 1,117), und diesem Glauben kam zu Hilfe, dafssich in der wasserreichen Quelle grofse Fischebefanden (Diod. 6, 3. Schol. Find. Nem. 1, 1).Daraus entstanden dann die Sagen, Alpheios sei der Artemis oder der Arethusa unter demMeere hindurch nach Ortygia gefolgt. O: Mül-ler Frolegg. s. e. wiss. Mytliol. S. 135 ff. Dorier1 . S. 375ff. Bissen, Explic. ad Find. 'Nem. 1 .p. 350. Die Vermischung des Alpheios mitder Quelle Arethusa bewies man durch dieErzählung, dafs eine Schale, die inan zu Olym-pia in den Alpheios warf, zu Ortygia wiederzum Vorschein gekommen sei, und dafs dieQuelle trüber werde, wenn man in OlympiaStiere schlachte. Strab. 6. p. 270. Vgl. Se-neca Quaest. natur. 3, 26. Serv. Verg. Ed. 10,4 u. Aen. 3, 694. Fulgent. Mytliol. 3, 12, derüberdies dem Wasser des Alpheios die Wir-kungen der Lethe zuschreibt. Das Tauchenunter dem Meere hin aber hatte Alpheios schonin Arkadien gelernt, wo er öfter unter dieErde taucht und unter ihr eine Zeitlang fort-iliefst. Paus. 8 , 44, 3. 54 , 1—3. Strab. 8.p. 343. Bursian, Geogr.v. Griechenl. 2. S. 186f.Pseudo-Plut. fluv. 19 erzählt, Alpheios , einAbkömmling des Helios, habe mit seinem Bru-der Kerkaphos in der Tapferkeit gewetteifertund ihn erschlagen; von den Erinnyen verfolgt,stürzte er sich in den Strom Nyktimos, dernun den Namen Alpheios erhielt. Nach Eu-rip.Iph. Aul. 270ff. war an Nestors Schiff dasBild des Alpheios , ein Stierleib mit mensch-lichem Antlitz, und darnach ist zu erklärendie Gemme bei Millin P. gr. 46 AL.; Alpheios in menschlicher Gestalt mit Füllhorn, ZoegaBassir. Ant. 1, 1. Müller, Denkm. d. a. K. 2.Taf. 7. n. 76. Sein Bild im Ostgiebel..desZeustempels zu Olympia, Paus. 5, 10, 2. Überdie Bildung der Flüsse (Alpheios als Mann) s.Aelian . Var. hist. 2, 33. Nicht vollkommengesichert ist die Authenticität eines Gemäldesder von Alpheios verfolgten Arethusa , Mon.d. Inst. 3, 9. Bull. .1853. p. 22. Kupfermün-zen des Caracalla und Septimius Severus mitdem Bilde des Alpheios bei Curtius, Pelopon-nesos 1. S. 394A. 15. [Stoll.]
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