269 Amazonen(Kämpfe)
pia (Paus. 5, 11, 4), vgl. die grofsen Priese vonPhigaleia , vom Maufsoleum und von Magnesiaund manche Vasen Annali 1864 p. 239 ff. Mo-numenti 9, 11. — Apollodor 2, 5, 9, 7, JHodor.
4, 16 und jene Epiker geben verschiedene Be-richte über den Kampf. Die Königin wirdgetötet oder giebt den Gürtel, um eine ge-fangene Schwester auszulösen, letztere Sceneauch auf Vasenbildern Mus. Borbon. 6,5. Bull.Kap. N. S. 7, 13, in den anderen Darstellungentritt der Gürtel nicht besonders hervor, vgl. Hip-polyte, Melanippe. — Die the sei sch-attischeSage überliefert hauptsächlich Plutarch Thes.26 ff. Theseus ist Genosse von Herakles in denKosten Paus. 1, 2, 1 und bei Philochoros ; nachPherelcydes raubte er Antiope auf einem selb-ständig unternommenen Zuge, nach der TabulaAlbani (Jahn-Michaelis Biläerchron. S. 73) undSclwl. Arist. Panath. 118, 4 nahm er sie erstin Attika gefangen. DerRachezug der Ama-zonen ist von den attischen Künstlern des
5. Jahrh., von Mikon in derPoikile (Arist. Ly-sistr. 679. Arrian Anal·. 7, 3, 10) und im The-seion (Paus. 1 , 17, 2), vonPheidias am Schildeder Parthenos (Michaelis Parthenon Taf. 15Schreiber, Athena Parthenos. Abh. d. sächs.Gesch. d. Wissensch. 1883 p. 601 ff.), auch inOlympia (Paus. 5, 11, 7), ebenso von Aescky-los Eumen. 655 als Vorbild der Perser-kämpfe gefeiert. Die Atthidenschreiber, be-sonders Kleidemos knüpften viele Traditionenvon Örtlichkeiten und Kultusgebräuchen anden Kampf an. In den Prunkreden des 4. Jahrh.wurde die völlige Niederlage der Amazoneneine stehende Phrase. Pürsten wie Attalosund Hadrian ehrten die Stadt noch mit monu-mentalen Darstellungen derselben (Paus. 1, 17,2, 25, 2); vgl. den Artikel Antiope. Stephani0. B. 1866. Klügmann, Die Amaz. in deralt. IAt. u. Kunst. Die einzelnen Sagen wer-den bei Diodor . 2, 46 f. Iustin. 2, 4 in prag-matischer Weise durch Aufstellung einer länge-ren Reihe von Königinnen, einer Doppelherr-schaft und weit ausgedehnter Kriegszüge, diedurch Herakles oder Theseus ihr Ende finden,vereinigt.
Die Ilias nennt die Amazonen uvtiavsigca,d. i. Aristarchs Lehre und dem epischen Sprach-gebrauehe gemäfs männergleich, nach Auffas-sung anderer aber männerfeindlieh, vgl. Schol.u. Eust. ad II. 3, 189. 6, 186. Find. Ol. 11.17. Letztere entspricht auch dem Beiwort beiAeschylos Prom. 726 etvydvmg. Sie galten alsder Liebe abgeneigt, die späteren Dichter feiernmit Vorliebe ihre Keuschheit. Nach allge-meiner Annahme bildeten sie einen Weiber-staat. Die Überlegenheit der Weiber wardauf eine in einem auswärtigen Kriege erfolgteNiederlage der Männer oder auf klimatische,selbst auf astronomische Verhältnisse zurück-geführt: Steph. Bys. v. ’Ayagovss. Ptolem. deastr. judic. 1,2p. 18. Für den Staat nahmman entweder gynaikokratische Einrichtungenan, die Männer wären vorhanden aber geknech-tet gewesen, die Knaben nach der Geburt ge-blendet oder gelähmt, später als Handwerkerverwendet: Hesych. v. §ovleipirj. Diod. 2,45. 3,53. Sext. Emp. 3, 217. Steph. Bys. a. a. 0.,
Amazonen (Charakter etc.) 270
vgl. das Sprichwort agiere: χωλός οίψεΐ bei denParömiographen. Oder die Amazonen solltenzu bestimmten Zeiten mit Fremden zusammen-gekommen sein, um Kinder zu erzeugen, undnur die Mädchen zu Jagd und Kampf aufge-zogen haben, vgl. Bion bei Plut. Thes. 26.Hellanicus und Lysias bei Tzetz. Posth. 14.Ephoros fr. 103. Iustin. 2, 4, 9; die Erzählungenvon Alexander und Thalestris bei Clitarch,i Strabo 11, 504. Schol Apoll. Bhod. 2, 965.Philostr. Heroic. 20, 42. — Das homerischeBeiwort Myrines πολνσν.αρ&μος (II. 2, 814)wird nach Analogie der ενοκαρ&μοι ίπποι Po-seidons auf die Schnelligkeit ihres Gespannesbezogen, allein wie ακαίριιν ein rhythmischesHüpfen und Tanzen bezeichnen kann, so gabes auch eine nach den Amazonen benannteTanzweise pecten Amazonicus, von Stat. Ach.
2, 84 dem Ringtanz gegenübergestellt. Kalli-maehos bei Scliol. Theokr. 13, 25 nennt diePleiaden als die ersten Jungfrauen, welcheChortanz und Nachtfest feierten, Töchter derKönigin der Amazonen. Im Hymnus auf Ar-temis 237 ff. schildert derselbe, wie die Ama-zonen der Göttin in Ephesus erst Kreistänze,dann Reihentänze aufführen; letztere hattenin Aufstellung und Bewegung etwas Militäri-sches, Gebrauch der Angriffswaffen wird nichterwähnt. Dabei erschollen Syringen, Flötenaus Knochen waren noch unbekannt, vgl. dieErzählung bei Mart. Gapell. 9, 313, Alexanderhabe die Königin durch das Geschenk einerFlötenbläserin sehr erfreut. — Die Gottheit,welcher sie vorzugsweise dienen, ist Ares , derauch Vater vieler einzelner und selbst allerAmazonen genannt wird; sie bringen ihmPferdeopfer auf der Aresinsel im Pontus (Ap.Bh. 2, 387) und in Athen dar (Aristoph. Lysistr.191 c. Schol.) Ihre Mutter ist nach Pherelcydesbei Schol. Apoll. Bhod. 2, 990 die Najade Har-monia am Thermodon, nach dem Rhetor Nilco-laos Progymn. 6, 11 Athene ; im übrigen wer-den sie mit Athene nur selten in Verbindunggebracht, vgl. Diod. 3, 71. Statins Theb. 12,531, häufiger mit Artemis , sie sind ihre Jagd-genossinnen (Diod. 4,16), opfern der nordischenTauropolos (Diod. 2,46) und werden besonders imKultus der ephesischen Artemis (vgl.unten)genannt, bei Pyrrhichos im Peloponnes schriebman ihnen die Kultusbilder der Artemis Astra-teia und des Apollon Amazonios zu ( Pausan.
3, 25, 3). Nach Pindar Olymp. 8, 47 ist Apollo ihnen freundlich, aber in ihren Kämpfen mitHerakles und Theseus begünstigt er letztere,vgl. Macrob. Saturn. 1, 17, 18 und den Friesvon Phigaleia. Auch Dionysos kämpft gegensie in der ephesischen Sage ( Tacit. Ann. 3, 61.Plutarch Quaest. gr. 56), was auf einem Sarko-phage in Cortona (Arch. Ztg. 1845 Taf. 30) an-gedeutet ist. — Zu manchen Erzählungen botder N ame Anlafs. Die meisten Späteren leitenihn ab von ά priv. und μαξάς und berichten,die Amazonen verstümmeln den Mädchen dieeine oder beide Brüste, damit sie besser denBogen spannen und den Speer schleudern(Schol. und Eust. II. 3, 189. Diodor. 2, 45.Iustin. 2, 4, 5. Apollod. 2, 5, 9. Arrian Anab.7, 13, 2); vgl. auch die lateinische Bezeichnung