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Erster Band, erste Abteilung. Aba - Evan.
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271-272
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271 Amazonen (Name u. Tracht)

Xlnimammia bei Plaut. Curcul. 3, 75 und denNamen Oinumama auf einer pränestinischenCiste ( Monam . 6, 55). Abweichend erklärtPMlostr. Heroic. 20, 42, die Amazonen wurdennicht an der Brust gesäugt. Herodian beiGramer Anecd. 3 p. 293, 9 miisbilligt jeneEtymologie, denn f icxgog habe ein kurzes a,Jaagdtv aber ein langes wie fiaga Gerstenbrot.Emen Hinweis auf letzteres Wort kann manauch bereits in dem Beiwort der Amazonenbei Aeschyl. Suppl. 274 xgeoßogoi erkennen.Vgl. die Notiz bei Steph. Byz., dafs die Ama-zonen Sauropatiden heifsen neega % 6 cavgaqnaxsiv xal sedCsiv. Andere Etymologieen vonThemistagoras bei Gramer, Anecd. Oxon. 1p. 80 ai evv zaiq £iavcaq äfiäeai und bei IsidorOrig. 9, 2, 64 quasi aya jcoffK/,. Einzelna-men sind sehr zahlreich, Genossinnen der Pen-thesileia zählen Q. Smyrn. 1, 42 ff. Tzetz. Posth.174ff., Gegnerinnen von Herakles Biodor. 4,16, andere Hygin. 163, Schol. II. 3, 189, Tra-jans Gedicht in Anth. lat. n. 392 Riese auf;dazu kommen viele auf Vasenbildern, vgl.Stephani C. Pi. 1866 S. 175 n. 2. Pott, Ztschr.f. vgl. Spraehf. 8, 425 ff. hebt hervor, dafs dieNamen wenig oder nichts Barbarisches an sichhaben; den Gesamtnamen hatte derselbe Etym.Forsch. 1836. 2 S. 261 von u priv. und send.maZya Mensch abgeleitet (ein etymologischesGegenstück zu den skythischen^Evapssg Herod.1, 105), Göttling, Comment. de Amaz. 1848 vona priv. und yuaasiv = quae contrectari sese a vironon patitur. Ihre Tracht ist diejenige derMänner, der Griechen sowohl als der Fremden.Wie griechische Krieger tragen sie oft denkurzen Chiton in der Weise, dafs er die rechteBrust nackt läfst; in der späteren Kunst istdies exripciAya^ovixov ( PMlostr. Imag. 2, 5, 2),luibitus Amazonicus (Lampridius Vita Gommodi11), das von den römischen Dichtern oft ge-feierte seminudum pectus ganz konventionell.Arrian 7, 13, 2 und Curtius 6, 5, 19 wissen dieseTracht mit der Verstümmelung der Brust nichtzu vereinigen, Servius ad Aen. 1, 492 sagt kurznudant quam adusserunt mammam. In derKunst ist die Verstümmelung nie dargestellt.Der berühmte Gürtel der Königin, nach Apol-lod. 2, 5, 9, 2 das Symbol der Herrschaft,heifst gewöhnlich gatozrjg wie derjenige derMänner. Bio Chrysost. 8, 136 , Nonn. Bion.25, 250 und Glaudian 11, 37, welche vonund ylxga sprechen, fassen das Lösen desGürtels in erotischem Sinne auf. Der lateini-sche Ausdruck schwankt zwischen balteus undcingulum. Euripides Here. für. 410 u. Ion 1143gedenkt eines reichverzierten Mantels der Köni-gin, den Herakles in Delphi gestiftet habe.Die fremdländische Tracht erwähnt Strabo 11,504. Palaephatus 33. Nach der älteren imEpos meist beibehaltenen Anschauung kämpfendie Amazonen mit den schweren Waffen dergriechischen Heroen; andererseits bezeichnensie schon Pindar Ol. 13 , 125. Nem. 3, 38.Aeschylos Suppl. 292. Eum. 564. Polygnot beiPausan. 10, 31, 8 als ruhmvolle Schützinnen,ihr Bogen ist der skythische oder gekrümmte,der mit dem Köcher an der linken Hüfte ge-tragen wird. Amazonenköcher als Kampfpreise

' Amazonen (Waffen u. Wohnsitz) 272

ausgesetzt bei Vergil Aen. 5, 311. Nonnus Bion.

37, 117. Daneben führen sie wie die Schützendie oayccgig, securis, die Axt mit einer Schneideund einer Spitze, von Xenoplton Anab. 4, 4,

16 der persischen Waffe gleichgestellt. Pen-thesileia ist Erfinderin der securis bei Plin. 7,201. Spätere weisen ihnen auch die zwei-schneidige Axt neXsxvg, bipennis zu, vgl. Q.Sim/riu' 1, 597 und besonders Plutarch Quaest.gr. 45, wo das bekannte Attribut des Zeus vonLabranda von Herakles Beute hergeleitet wird.

Ihr Schild heifst ztsXza oder ysggov wie derSchild der Thraker oder Perser. Verglichenwird er einem Rhombos (Paus. 1 , 41, 7. Flut.Thes. 27) oder häufiger einem Halbmond, wiefej,die Glossa Plaeidi bei Mai 3 p. 496 genauer *i fsagt, einem Viertel- oder Drittelmond. Neben/Gder rundlichen Pelta mit einem Ausschnittefindet sich auch die breitere mit zwei nebeneinander liegenden Ausschnitten. Xenophon beiPollux 1 , 134 vergleicht sie einem Epheu-blatte, Plinius 3, 43 der Formation der Ost-küste von Bruttium (eine zweite Notiz bei Plin.

12, 5 ist irrtümlich, vgl. Theophrast. Hist, plant.

4, 4, 4). Dargestellt ist sie zuerst auf apuli-schen Vasenbildern. Bei Vergil . Aen. 11, 611;Stat. Hieb. 12, 524, auf einigen Vasen und dembemalten Sarkophag aus Corneto Monum. 9, 60kämpfen sie vom Streitwagen herab. Gröfse-ren Ruhm aber hatten sie als Reiterinnen, zu-mal in der attischen Sage (Pindar Ol. 8, 62.Euripid . Here. für. 405. Hippol. 306. 582.Aristoph. Lysistr. 679). Nach Lysias Epitaph.

4 waren sie die ersten, welche zu Pferdekämpften. Ihr gefeiertster Sitz ist Themis-kyra am Thermodon im späteren Pontus . Nachepischer Anschauung (Paus. 1 , 2, 1 . Biodor 4,

16) ist Tliemiskyra eine Stadt mit einer Königs-burg; auch leiten Appian Mithrid. 78. Eust.ad 11. 2, 814 Namen und Gründung der vonLucull belagerten gleichnamigen Stadt vonden Amazonen her; die Logographen jedochbezeichnen damit eine Ebene am Thermodon.PhereJcydes fr. 25 nennt als Teile von ihr diedoiantische Ebene und den akmonischen Hain,wo Ares mit der Najade Harmonia die Ama-zonen gezeugt habe.Nicht vereinigt in einerStadt, sagt Apollon . Bhod. 2, 996, wohnen sie,sondern über das Land hin zerstreut, in dreiStämme gesondert, die einen in Themiskyra,getrennt von ihnen die Lykastischen und wie-derum getrennt die speerwerfenden Chadisi-schen. Von letzteren hatte schon Hekataiosgesprochen; vgl. Schol. Nach Herodot 4, 110kommen die Amazonen vom Thermodon (s. d.) andie Ufer der Maiotis, nach Aeschylos Front.723 umgekehrt von Kolchis zum Thermodon,ebenso nach den späteren Historikern Nicol.Bamasc. fr. 153.- Sallust. fr. 3, 46. cd. Kritz.Justin. 2, 4, 2. Ammian . Marcell. 22, 8, 17. 18.Ihre Anwesenheit im Norden der Maiotis ent-sprach besonders den Vorstellungen der Athe-ner. Piir Euripid . Here. für. 416 ist die Maio-tis sogar das Ziel des heraldeischen Zuges,auch bei Propert. 3, 11, 14. Staiius Achill. 2,

86. Seneca Hippol. 400. Glaudian de raptuProserp. 2, 60 gilt der Norden als die eigent-liche Heimat; der Tanais wird zum Amazonen-