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Ammon (in d. lib. Wüste)
Ammon (b. d. Griechen)
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Lande. Die Befreiung von der Fremdherrschaftgelang dann Psammetich I (seit 663 v. Ohr.),der einem unterägyptischen Fürstengeschlechtwahrscheinlich libyscher Herkunft entstammte.
Er nahm seine Residenz in Sais im Delta, undseitdem ist der Schwerpunkt des Landesdauernd in Unterägypten geblieben; Thebenhat seine herrschende Stellung für alle Zu-kunft verloren. Daher kommt es, dafs vonjetzt an auch der thebanische Amon zurück- iotritt. An den einzelnen Hauptkultusstättenverehrt man nach wie vor die lokalen Gott-heiten als die höchsten und „einzigen“; fürdie Reichsreligion gelangen namentlich dieGötter von Memphis, Ptah und sein Kreis,wieder zu maßgebender Bedeutung.
Wie nach Äthiopien ist der Amonskultusauch in die anderen Dependenzen des altägyp-tischen Reichs gedrungen; z. B. wissen wirvon Ramses III , dafs er einen Ammonstempel 20im südlichen Palästina errichtete; doch findetsich von einem Eindringen des Amon in dieReligion der syrisch-phönikischen Stämme keineSpur. Dagegen hat er in den Oasen der liby-schenWüste dauernd Eingang gefunden. Die-selben , oder jedenfalls die wichtigsten vonihnen, die grofse Siidoase (Uäh ed-dächile undel-chärige) und die kleinere Nordoase (Uähel-bachrije) sind jedenfalls seit dem Anfängedes neuen Reichs in ägyptischem Besitz und 30werden in den Yolkslisten der Pharaonen seitDhutmes III häufig erwähnt. Die weiter west-lich gelegene und durch grofse Sandwüsten vonden Kulturländern getrennte Oase von Siwa ,oder wie die alten Ägypter sie nennen, die„Oase des Palmengefildes“, soll dagegen nachIlerodot 2, 42 eine Kolonie der Äthiopen undÄgypter sein, wäre also, wenn die, Angabezuverlässig ist, erst zur Zeit der Äthiopen-herrschaft um 700 v. Chr. besetzt worden. I 11 »Hibis, der Hauptstadt der grofsen Oase (daher’AfievTjßis d. i. Ämon von Hibis C. I. Gr. 4955),wie in Siwa haben die ägyptischen Königedem Amon Heiligtümer gebaut. Der grofseTempel von Hibis (el-chärige), dessen Wändeeinen berühmten Hymnus auf Amon enthal-ten, in dem er als der einzige , ewige Gott,der Schöpfer, von dem die andern Gottheitennur Gestalten sind, gepriesen wird, ist erstin der Perserzeit, von Dareios I erbaut und von 50Neclitharheb, einem der letzten einheimischenHerrscher Ägyptens (um 375 v. Chr.), er-weitert worden, und dem Namen des letzte-ren begegnen wir auch in den Überresten desAmonstempels von Ummbeida bei Siwa . In-dessen zweifellos hat es hier schon früherkleinere Heiligtümer desselben Gottes gegeben,und es ist sehr möglich, dafs die noch weniguntersuchten Ruinen des Hanpttempels derAmonsoase (in Agarmi, etwa 10 Min. nördlich eovon Ummbeida vgl. Biod. 17, 50, 4) um mehrereJahrhunderte älter sind. Dargestellt wird Am-mon in den- Tempelskulpturen von Siwa im-mer als widderköpfiger Gott Herod . 4, 181;s. die Abbildungen bei Jomard, voyage ä Sy-ouah, und v. Minutoli , Heise zum Tempel desJup. Amon.
nannten Oase von Siwa erteilte der Gott Orakel.Die Schilderung, welche die Griechen' vondem Verfahren dabei geben — dieselbe gehtbei allen Schriftstellern auf Alexanders Be-gleiter Kallisthenes zurück, dem sie zunächst,wie es scheint, Aristobul entlehnte ( Strabo 17,1, 43. Biod. 17, 50 f. Gurt. 4, 7, 23 f.; vgl.Herod. 2, 58) — entspricht genau den bild-lichen Darstellungen, welche die Berichte überdie Orakelerteilung des Amon in Theben inder Zeit der letzten Ramessiden und der 21.Dynastie begleiten (s. o.). Das Bild der Gott-heit [Gurt. 4, 7, 23 umbüico maxime similis esthabitus (des Götterbildes) beruht auf einemabsurden Mifsverständnis] befindet sich in einerKapelle (σήκος), die inmitten der heiligen reich-verzierten Sonnenbarke steht. Letztere wirdvon den Priestern in feierlicher Prozession aufden Schultern getragen, ein langes Gefolgevon heiligen Frauen, die Hymnen zu Ehrendes Gottes singen, schliefst sich an. Dann er-teilt das Götterbild selbst das Orakel, undder Oberpriester (προφήτης) legt es aus.
Durch die Gründung der Kolonieen in Kyre-naika (um 630 v. Chr.) haben die Griechenden Ammon zunächst kennen gelernt, undzwar als den Orakelgott der Ammonsoase. Dafsman den Hauptgott Ägyptens und der Oasedem Zeus gleichsetzte, ist natürlich. Als solcherwurde er seit alten Zeiten eifrig, ja geradezuals Hauptgott Kyrenaikas verehrt (Bind. Byth.4, 28. Blat. Bolitie. 257 B., vgl. Bausan. 10,13, 5). Wollte man den Zeus Ammon bildlichdarstellen, so fügte man dem gewöhnlichenZeustypus die nach unten gewundenen Widder-hörner bei (vgl. u.). In dieser Gestalt erscheinter wiederholt schon auf archaischen Münzender kyrenaischen Städte
(Kyrene , Barka, Euesperi-des u. a.) und wird spä-ter der bei weitem häufigsteMünztypus derselben. Ne-ben ihm findet sich auf
den Münzen vereinzelt vorAlexander und sehr häufigin der Ptolemäerzeit einbartloser Kopf mit Amons-hörnern, dessen Bedeutung Ammon, Gemme, om-unsieherist. Müller nennt beci, κ. -u. zms, Gem-
ihn den libyschen Bac- meutaf. 4, ».
chus (num. de l'anc. Afr.
1, 101 ff.); [daneben findet sich in spätererZeit auch der griechische Dionysos ], Der be-kannte Mythograph Dionysios von Mityleneerzählt nämlich (bei Biod. 3, 66—74), der li-bysche Dionysos sei ein Sohn des Ammon undder Rhea gewesen, und werde von den Libyernwie Ammon widderhörnig gebildet (c. 73).Natürlich ist, was Dionysios von seinen Thatenerzählt, absolut wertlose Fabelei; aber, dieletztere Angabe mag richtig sein. Möglich istes, dafs wie Lepsius Z. f.üg.Spr. 1877, 19 aus-geführt hat, der einheimische, widderköpfigeGott Harschef, der namentlich in Herakleopolisals Hauptgott verehrt wurde, aber auch imAmmonium vorzukommen scheint, diesemgriechisch libyschen Typus zu Grunde liegt.[Von anderen Münztypen findet sich nament-