Band 
Erster Band, erste Abteilung. Aba - Evan.
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291-292
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Ammudates

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findet er sieh auf Münzen abgebildet; verein-zelt finden sich Büsten und Masken (s. die Zu-sammenstellung bei Overbeck, gr. Kunstmyth.

2, 277 ff.)· Die ganz hysterogenen und wertlosenBearbeitungen der Mythengeschichte, in denener vorkommt das Orakel wird in die Ge-schichte von Perseus und der Kassiopea und vonHerakles Zug nach Ägypten verflochten (beidesknüpft an die Alexandergeschichte an und istzuerst von Kallisthenes erfunden, s. Strabo l. c. ioArrian 3,3); Dionys von Mitylene erzählteausführlich von den Thaten Ammons und sei-nes Sohnes Dionysos ( Diod. 3, 68 ff. s. o.) u. a.

verdienen keine eingehendere Besprechung.

Dagegen ist Ammon von den Griechenund Römern mit einem phönikischen, inNordafrika eifrig verehrten Gotte verschmol-zen worden, dem Baal chammän d. i. demfeu-rigen Baal , einer Form des Sonnenba'als; der-selbe erscheint namentlich im karthagischen 20Gebiet in zahllosen Inschriften als Hauptgottund wird hier immer mit seiner Gemahlin Tnt(Aussprache unbekannt, vgl. ZDM. 31, 728)zusammen verehrt. Ihm verdankt Ammon zu-nächst das H, das ihm die Römer gewöhnlichgeben (z. B. auch C. I. Lat . 8, 9018 JuppiterHammon) , um seinetwillen nennt Vergil Aen.

4, 198 den Jarbas Hammone satus. Auch dieAngabe des Macrobius (Sat. 1, 21, 19), derübrigens bekanntlich alle Götter zu Sonnen- sogottheiten macht, die Libyer hielten den widder-hörnigen Ammon für die untergehende Sonne,wird hierher gehören, und auf alle Fälle die ·ukquAggcovog Bali&iovog bei Thapsos ( Strabo17, 3, 16, vgl. Steph. Byz. s. v. Bähg).

Litteratur. Böckh , Staatshaushalt 132f.

Parthey, das Orakel und die Oase des Ammon,in Abh. d. Berl. Ak. 1862. Overbeck, gr. Kunst-mythol. 2, 273 ff. (der durch Parthey und an-dere verführt, die Existenz des widderköpfigen 40ägyptischen Ammon bestreitet und den Gottaus Griechenland ableiten will). Lepsius, dietvidderköpfigen Götter Ammon und Ghnumis,in Ztschr. f. äg. Sprache 1877, 8 ff. Ferner dienumismatischen Werke von L. Müller u. s. w.sowie die betr. Abschnitte meiner Gesell, d.Altert. Bd. 1. [Eduard Meyer .]

AmmudateSj is, Beiname des Sol auf einerInschrift aus Szöny bei Komorn, G. I. L. 3,4300: Deo Soli Alagabal(o) Ammudati mil. r>oleg. I. ad (iutricis ) etc. Sonst erwähnt ihn nurCommodianus instr. 1 , 18: Ammudatemque suumcultores more colebant. Blagnus erat illis, quandofuit aurum in aede. Mittebant capita sub nu-mine quasi praesenti. Ventum est ad summum,ut Caesar tolleret aurum: Defecit numen, autfugit, aut transit in ignem etc. Hier ist alsovon seiner vergoldeten Standsäule die Rede.Der Name bedeutete die 'Standsäule (arab.

' ammudat, kegelförmig zu denken). Vgl. Mordt- 00mann, Z. d. dtsch. morg. Ges. 31, 91 ff. u. Reds-lob ebenda 32, 733, sowie den Artikel Elaga-balus . [E. Meyer u. Steuding.]

Amnisiades (Agviaiad'sg und AgvialSsg), dieNymphen der Quelle und des Flusses Amnisos auf Kreta , welche besonders im Dienste derArtemis standen, Kallim II. in Dian. 15. 162.Ap. Rh. 3, 881. Steph . B. v. Agvioog. [Stoll.]

Ampelos 292

Amoime (Agoigg ), Danaide , vermählt mitdem Aigyptiden Polydektor, Hyg. P\ 170.Bunte schreibt nach Apollod. 2, 1, 5 Polyktor.Auch Amoime scheint korrupt; eine Oimekommt Apollod. a. a. 0. vor. [Stoll.]

Amor s. Eros .

Ainpelos (AgitiXog), der Weinstock als Per-sonifikation. Ein junger schöner Satyr, Sohneines Satyrs und einer Nymphe, Liebling desDionysos in Thrakien . Während der Knabevon einer an einer Ulme aufrankenden RebeTrauben pflückte, stürzte er herab und starb.Dionysos versetzte ihn als Vindemitor unterdie Sterne. Ovid . Fast. 3, 407 ff. Nach NonnosDionys. 10, 175 ff. kam der in den WäldernLydiens gefundene Liebling des Dionysos umdurch einen Sturz von einem wildgewordenenStier, auf dem er spielend ritt. Zeus verwan-delte ihn dem Dionysos zu Liebe in eine Rebe,deren Frucht ihn seitdem entzückt. Eine schöne,zwischen Rom und Florenz gefundene Marmor-

Ampelos u. Dionysos , Gruppe d. brit. Museums.

gruppe des Britischen Museums ( Ancient Mar-bles in the British Museum P. 3. pl. 11. Spe-cimens of ancient Sculpture Vol. 2. pl. 50.Müller, Denkm. d. a. K. Taf. 32, n. 371) stelltden Knaben dar, wie er, eben in der Verwand-lung begriffen, dem ihn liebevoll umarmendenDionysos eine Traube darbietet. Vgl. Himer.Or. 9 p. 560. Plin. 18, 31, 74. Ouvaroff, Non-nos S. 29 ff. Köhler, über die Dion, des Non-nos S. 23 ff. Müller, Ilandb. d. Arch. §. 385, 3.E. Braun,gr. Götterl. §. 531. Gerhard, Prodromusmythol. Kunsterklärung S. 221, 50. [Stoll.]